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Stepstone-Umfrage: Mit der Jobzusage nicht zu lange warten Bewerbungsverfahren: Was Jobsuchende abschreckt

Immer mehr Betriebe stehen bei der Suche nach Fachkräften in einem starken Wettbewerb – denn qualifizierte Mitarbeiter werden immer mehr zur Mangelware. Eine Studie zeigt nun, dass Bewerbern die Jobsuche oft zu lange dauert, zu kompliziert ist oder sogar schon die Stellenanzeigen abschrecken.

Die Suche nach guten Mitarbeitern wird zunehmend zur Herausforderung für Betriebe. Wer einen Job sucht, kann dagegen meist sehr entspannt in den Bewerbungsprozess starten und Ansprüche stellen: So erwarten drei Viertel der Fachkräfte in Deutschland nach spätestens 14 Tagen eine Rückmeldung zu ihrer Bewerbung, die mehr ist als eine reine Eingangsbestätigung. Das sind die Ergebnisse einer Umfrage des Job-Portals StepStone.

Bewerbungsverfahren zu kompliziert

Der Studie zufolge sollte der gesamte Bewerbungsprozess – von der Jobsuche bis zur Vertragsunterschrift – für die meisten nicht länger als zwei Monate dauern. Das bestätigten  drei von vier Bewerbern. Doch viele sind unzufrieden, denn die Realität zeigt, dass die Jobsuche in Deutschland im Schnitt sechs Monate dauert.

Doch nicht nur das Warten auf eine mögliche Zusage ist ein Grund, warum Bewerbungsprozesse scheitern. Schon bevor es zu einem persönlichen Gespräch kommen kann, entstehen wichtige Hindernisse: So gaben laut StepStone vier von zehn Fachkräften in der Umfrage an, dass fehlende Informationen in Stellenanzeigen ein Grund sind, sich gar nicht erst zu bewerben. Genauso gaben 39 Prozent der Jobsuchenden an, dass sie sich gar nicht erst bewerben, wenn ihnen das Bewerbungsprozedere zu kompliziert erscheint. Dabei sehen viele Bewerber (24 Prozent) unternehmenseigene Online-Formulare für die Bewerbung besonders kritisch. Die Gründe: die Formulare sind zu umständlich und zu lang.

Bewerbung: lieber digital statt analog

Neben diesen Hürden, die meist die Unternehmen selbst aufbauen, sind es auch Teile im Bewerbungsprozess, die jeder Jobsuchende selbst beeinflussen kann, die zum Hindernis werden: das individuelle Anschreiben. Es bereitet jedem zweiten Bewerber Kopfzerbrechen, so StepStone. "Digitalen Bewerbungsoptionen wie einer 1-Click-Bewerbung oder einer direkten Kommunikation mit dem Arbeitgeber per Kurznachricht hingegen steht die große Mehrheit der befragten Fachkräfte aufgeschlossen gegenüber", heißt es in der Mitteilung zu der Studie.

Und weiter folgt die Kritik: Denn die meisten Unternehmen sind noch nicht auf die digitalen Bedürfnisse der Bewerber umgestiegen: Für 67 Prozent sei eine ausführliche und vollständige Bewerbung inklusive Anschreiben ein Muss. Dennoch: "Ein Drittel der befragten Personaler würde jedoch auf eine individuelle Bewerbung mit Anschreiben verzichten, wenn sie dafür mehr Bewerbungen erhalten würden." dhz

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