Neue Nutzfahrzeugmarke BAX 7.5: Neuer Elektro-Lkw mit hoher Nutzlast

Bergische Achsen und Paul Nutzfahrzeuge stellen mit dem BAX 7.5 einen eigenen Elektrolaster vor. Die Antriebstechnik sorgt für mehr Zuladung in Bezug auf die Gesamtmasse.

BAX 7.5
Beim Verhältnis zwischen Leergewicht und Nutzlast sticht der neue BAX 7.5 die Wettbewerber aus. Nach Abzug des ­ Kofferaufbaus bleiben noch 48 Prozent der Gesamtmasse für die Zuladung übrig. - © BPW

Mit zunehmender Akzeptanz der Elektromobilität betreten auch immer mehr neue Akteure den Markt, viele davon aus Fernost. Einer deutschen Kooperation entspringt hingegen die neue Lkw-Marke BAX. Dahinter verbirgt sich eine Zusammenarbeit der BPW Bergische Achsen KG aus Wiehl mit der Paul Nutzfahrzeuge GmbH aus Vilshofen an der Donau. Als erstes Fahrzeug präsentierten die Partner kürzlich einen vollelektrischen 7,5-Tonner, der ab Frühjahr 2022 verfügbar sein soll.

Mit einem Chassisgewicht von nur 3,5 Tonnen schultert der neue BAX 7.5 eine Netto-Nutzlast von vier Tonnen. Mit einem ab Werk lieferbaren festen Kofferaufbau mit Palfinger-Ladebrücke verbleiben laut BPW immer noch drei Tonnen Zuladung und Platz für 15 Europaletten.

Ohne Differenzialachse und Kardanwelle

Die hohe Zuladung des BAX resultiert aus der besonderen Antriebstechnik: Sie befindet sich nicht vor oder unter dem Fahrer, wie sonst bei batterie­elektrischen Lkw üblich, sondern in der Hinterachse. Hier sitzt das Herz des Lasters in Form von zwei E-Motoren, die ein Drehmoment von jeweils 3.290 Nm auf die Räder bringen. Die maximale Achslast liegt bei 5,6 Tonnen.

Das Konzept, das die Achsspezialisten von BPW bereits seit 2018 er­folgreich bei der Umrüstung von Diesel-Lkw auf Elektroantrieb einsetzen, benötigt weder Differenzialachse noch Kardanwelle. Damit reduziert sich das Eigengewicht, aber auch der Wartungsaufwand.

Der Fahrer sitzt im BAX in etwa nur so hoch wie in einem SUV – also auf Augenhöhe mit Radfahrern und Fußgängern. Die geringe Sitzhöhe er­­leichtert zudem den Ein- und Ausstieg. Für Sicherheit sorgen zudem Rückfahrkamera und auf Wunsch ein Abbiegeassistent, dessen Sensoren frühzeitig vor Fahrradfahrern, Fußgängern und Motorrädern im "toten Winkel" warnen. ABS, ESP, ASR, Not­brems­assistent und ein Spurhaltesystem gehören ebenso zur Ausstattung.

BAX 7.5 Trittstufe
Einfaches Einsteigen: Der Fahrer sitzt im BAX 7.5 nicht höher als in einem SUV. Das erleichtert den Sichtkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern. - © BPW

Außerdem gehören zur Serienausstattung Klimaanlage, Sitzheizung, Freisprecheinrichtung und das Transport-Telematiksystem von Marktführer Idem Telematics. So können in Echtzeit alle Fahrzeug-, Batterie- und Tourdaten online eingesehen werden, darunter auch die Zuladung. Der Wendekreis liegt mit 16,4 m auf klassenüb­lichem Niveau.

Angaben zur Reichweite basieren auf Tests im Winter

Angeboten wird der Elektrolaster mit zwei Batteriepaketen mit einer Kapazität von 84 oder 126 kWh, die Reichweiten von 130 oder 200 km erlauben. Wobei BPW und Paul betonen, dass sich dahinter keine Laborwerte verbergen. Die Reichweiten seien bei Tests unter batteriezehrenden Wintertemperaturen erreicht worden. Geladen werden kann mit Wechselstrom (22 kW/AC) oder mit Gleichstrom (100 kW/DC). An einer DC-Station dauert es 40 min, um die Batterie von 20 auf 80 Prozent aufzuladen.

In die Entwicklung des Lkw wurden laut BPW und Paul viele Spediteure und Aufbauhersteller einbe­zogen. So sei es gelungen, ohne konstruktive Einschränkungen den BAX mit denselben Aufbauten anzubieten wie klassische Lkw mit Dieselantrieb.

Seine Premiere erlebte der Elektro-Lkw bei der Jahreshauptversammlung des Bundesverbands Elektromobilität in der BPW-Zentrale in Wiehl nahe Köln. Im Frühjahr 2022 sollen die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden. Insgesamt 200 möchten Bergische Achsen und Paul im nächsten Jahr absetzen.