Klimaziele Bauherren sehen Solarpflicht kritisch

Damit der Klimaschutz auch im Gebäudebereich ankommt, will die Bundesregierung die Installation von Solaranlagen auf Neubauten vorschreiben.

Handwerker installieren Solaranlagen auf Dach. - © Marina Lohrbach - stock.adobe.com

Die Bundesregierung will Solaranlagen auf Hausdächern zur Pflicht machen. Dies sieht zumindest ein erster Entwurf des Klimaschutz Sofortprogramms 2022 vor. Hauseigentümer und Bauherren sehen das kritisch: "Bauherren müssen sich das Klimaschutz-Sofortprogramm auch leisten können", sagt Florian Becker, Geschäftsführer des Verbraucherverbandes Bauherren-Schutzbund (BSB). Wolle man auf dem Weg in die Klimaneutralität Bauherren nicht verlieren, müsse man genauso über Entlastungsmodelle wie eine Reform der Grunderwerbssteuer oder ein Bauklimageld diskutieren. Diskussionsbedarf sieht er auch bei den geplanten Verschärfungen beim energieeffizienten Bauen.

Auch bei größeren Dachsanierungen sollen PV-Anlagen verpflichtend sein

Hintergrund der heftigen Diskussion ist ein erster Entwurf des Klimaschutz-Sofortprogramms für das Jahr 2022. Danach will die Bundesregierung die Vorgaben für Gebäude deutlich verschärfen, um die neuen Klimaziele zu erreichen. Geplant ist "eine PV-beziehungsweise Solarthermie-Installationspflicht für alle Neubauten" sowie bei "größeren Dachsanierungen", wie es im Entwurf heißt, der der DHZ vorliegt.

Schärfere Vorschriften für Energieeffizienz geplant

Der Entwurf sieht außerdem vor, dass Häuser mehr Energie sparen sollen. So soll der bisherige Förderstandard EH-55 ab 2023 zum Neubaustandard für alle Gebäude werden. Und eine weitere Anhebung auf EH-40-Standard soll für 2025 festgelegt werden. Ein Neubau dürfte dann nur noch 40 Prozent der Primärenergie eines Referenzhauses verbrauchen.

Weitere Fördermilliarden eingeplant

Für das Sofortprogramm will die Bundesregierung rund acht Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Davon sollen rund 2,5 Milliarden Euro 2022 und zwei Milliarden Euro im darauffolgenden Jahr in die Gebäudesanierung fließen. Noch ist der als vertraulich markierte Entwurf des Sofortprogramms aus dem Bundesfinanzministerium in Abstimmung zwischen den Ressort. Eine endgültige Fassung soll am 23. Juni im Kabinett verabschiedet werden.