Prävention Azubis wünschen sich klare Regeln zum Arbeitsschutz

Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit ist nicht nur für ältere Mitarbeiter ein wichtiges Thema. Auch junge Menschen wünschen sich dazu mehr Austausch in ihren Ausbildungsbetrieben, wie eine Umfrage zeigt. Zudem leiden viele Auszubildende unter den Langzeitfolgen der anhaltenden Corona-Pandemie.

Tischler leitet Azubine beim Schleifen eines Tisches an.
Ausbildung in der Tischlerei: Viele Lehrlinge wünschen sich von ihren Ausbildungsbetrieben und den Berufsschulen mehr Austausch und klare Regeln zum Arbeitsschutz. - © oksix - stock.adobe.com

Wer sich früh mit dem Thema Prävention am Arbeitsplatz auseinandersetzt, kann auch vieles dafür tun, seine Gesundheit aufrechtzuerhalten. Dass das vielen jungen Menschen bewusst ist, zeigt jetzt eine forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Dabei wurden Personen zwischen 16 bis 30 Jahren befragt, die aktuell oder in der Vergangenheit eine berufsbildende Einrichtung besucht haben. 72 Prozent von ihren wünschen sich demnach klare Regeln zum Arbeitsschutz und der Erhaltung ihrer Gesundheit. Zudem wünschen sich 63 Prozent mehr Austausch zu diesen Themen im Rahmen ihrer Ausbildung. "Dies ist ein klarer Appell an Berufsschullehrkräfte und Ausbildende", sagt Christoph Preuße, der beim DGUV ein Jugend-Präventionsprogramm koordiniert. "Neben der reinen Wissensvermittlung ist ein Austausch mit den Jugendlichen und jungen Beschäftigen zu den Themen Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und Erhalt der Gesundheit zielführend und unabdingbar, um das Gelernte zu vertiefen."

Arbeitsschutz: Azubis wünschen sich digitale Aufklärung

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen auch, dass sich Auzubildende eine moderne Vermittlung dieser Themen wünschen. Über die Hälfte (57 Prozent) erwartet dabei den Einsatz von digitalen Medien und sieht beispielsweise Videoclips als geeignetes Medium. Fast die Hälfte (41 Prozent) wünscht sich Angebote zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in den sozialen Medien.

Vielen Azubis geht es jedoch nicht nur um Regeln rund um den Arbeitsschutz: 95 Prozent der Auszubildenden will eine zeitgemäße Präventionsarbeit, die neben Regeln auch moderne Unternehmenskultur behandelt. Dazu zählt eine nachhaltige Kommunikation mit Mitarbeitern oder der richtigen Umgang mit Fehlern."Zu 76 Prozent geht es den jungen Auszubildenden dabei immer mehr um Augenhöhe und um Vertrauen in ihre Kompetenzen, das Gelernte auch sachgerecht umsetzen zu wollen", sagt Preuße. Der Präventionsexperte sieht darin gute Voraussetzungen, um die Präventionskultur in den Betrieben weiter zu verbessern. "Wir sehen das immer wieder: Betriebe, die ihre Unternehmenskultur und damit auch Sicherheit und Gesundheitsschutz aktiv leben, legen Wert auf Kommunikation und Beteiligung."

Auszubildende leiden unter anhaltender Corona-Krise

Dass einige Betriebe mit gutem Beispiel vorangehen, was die Gesundheit ihrer Azubis betrifft, zeigt eine andere Umfrage. Dabei haben sich der Personaldienstleister Randstad und das ifo-Institut mit den Corona-Langzeitfolgen auf Auszubildende befasst und bis zu 1.000 Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen über ihre Lehrlinge befragt. Demnach wollen 31 Prozent der befragten Unternehmer erkannt haben, dass sich das Wohlbefinden ihrer Azubis negativ verändert hat. 26 Prozent rechnen damit, dass sich die Leistung der Lehrlinge verschlechtert.

Und viele Betriebe reagieren auf die Lage ihrer Azubis. Der Großteil schafft neue Angebote gegen mentale und körperliche Belastung. 57 Prozent der Personalleiter hat in die technische Ausstattung ihrer Lehrlinge investiert. Den engen Austausch mit ihrem Nachwuchs suchen 40 Prozent in persönlichen Sprechstunden und elf Prozent in Mentorenprogrammen. Etwa ein Viertel setzt auf die Betreuung durch den Betriebsarzt, knapp ein Fünftel auf ein besonderes gesundheitliches Angebot.

Wo finden Ausbilder Informationen zum Arbeitsschutz für ihre Azubis?

Mit "Jugend will sich-er-leben" (JWSL) hat die DGUV ein eigenes Präventionsprogramm für junge Menschen ins Leben gerufen. JWSL bietet kostenfreie Medienpakete an – zur Verwendung im Berufsschulunterricht und im Ausbildungsbetrieb. Dem DGUV zufolge werden die Präventionsthemen und alle Medien jährlich auf Grundlage der aktuellen Präventionsforschung und -entwicklung neu konzipiert. Berufsschulen und Betriebe können das Medienpaket über die Landesverbände der DGUV beziehen. Es besteht etwa aus Videoclips, direkt anwendbarem Unterrichts- und Unterweisungsmaterial und Preisausschreiben.

>>> Hier geht es zur Website von JWSL