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Regelungen für Feuerstätten Kaminöfen vor 1984: Austausch bis Ende 2017

Ofenbesitzer aufgepasst: Kaminöfen, deren Typprüfung vor 1984 stattfand, dürfen ab dem 1. Januar 2018 nicht mehr in Betrieb sein. Einzige Möglichkeit: Man rüstet einen Feinstaubfilter nach. Schornsteinfeger haben damit derzeit viel zu tun. Was sie jetzt raten.

Bei Alexis Gula klingelt am laufenden Band das Telefon und im E-Mail-Postfach landen viele Nachrichten zu ein und demselben Thema: zur Austauschpflicht und dem Nachrüsten alter Feuerstätten für feste Brennstoffe. Denn zum Jahresende 2017 steht diese für die nächste Generation von Öfen an. Viele Kaminöfenbesitzer sind derzeit verunsichert, ob sie zum Jahresende möglicherweise die Erlaubnis verlieren, weiter mit Holz, Kohle oder Pellets zu heizen und fragen bei Schornsteinfegermeister Alexis Gula nach. Er ist auch der Sprecher des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks und rät Ofenbesitzern sich im Zweifel an den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger zu wenden. Ausschlaggebend für eine mögliche Austausch- bzw. Nachrüstpflicht ist das Baujahr des Ofens.

Die Austauschpflicht der alten Kaminöfen ist ein wiederkehrendes Thema und hängt mit dem Einhalten der Vorgaben zur CO2-Einsparung aus der aktuellen Bundesimmissionsschutzverordnung (BlmSchV) zusammen. Bis Ende 2014 mussten bereits Öfen mit Baujahren bis 1974 stillgelegt oder nachgerüstet werden. Und auch die nächste Etappen stehen schon fest: Zum Jahresende 2020 sind die Modelle der Baujahre 1985 bis 1994 dran. 2024 müssen dann Öfen, die im Zeitraum von 1995 bis Ende März 2010 gefertigt wurden, ausgetauscht oder nachgerüstet werden, wenn sie die Grenzwerte der BlmSchV nicht einhalten.

Öfen vor 1984 gebaut? Bis Jahresende tauschen

Ganz aktuell geht es nun um die Kaminöfen, die bis zum Jahr 1984 gebaut wurden bzw. deren Typenprüfung vor 1984 stattfand. Ihre Betriebserlaubnis läuft zum 31. Dezember 2017 aus. Sie müssen also stillgelegt, durch ein neues Modell ersetzt oder mit einem Feinstaubfilter versehen werden. Öfen, die dann wieder in Betrieb gehen sollen, brauchen eine erneute Prüfung und Zulassung durch den zuständigen Bezirksschornsteinfeger.

Vorsicht ist jedoch durch das neue Schornsteinfegergesetz geboten, das erst im Juli dieses Jahres in Kraft trat: Denn den Einbau eines neuen Ofens und seine Prüfung und Zulassung darf der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger nicht beides übernehmen. Wenn er in zusätzlicher Funktion auch als Installateur eines Ofens auftritt, muss er die Zulassung seinem Stellvertreter überlassen oder er übernimmt nur die Aufgaben der Prüfung und Zulassung und ein Kollegen seines Gewerks baut den neuen Ofen ein oder kümmert sich um die Nachrüstung.

Die konkreten Angaben wie das Baujahr und auch die Abgaswerte des Ofens erfahren die Ofenbesitzer entweder über die Unterlagen, die sie beim Kauf erhalten haben oder direkt beim Hersteller. Sind die Abgaswerte zu hoch, muss der zuständige Bezirksschornsteinfeger den Ofen stilllegen. Der Besitzer ist in der Nachweispflicht. Wann ein Ofen die Zulassung verliert, kann jeder Verbraucher auch selbst online über die Datenband des Industrieverbands Haus-, Heiz- und Küchentechnik prüfen.>>>

Alte Öfen tauschen: diese Ausnahmen gelten

Auch eine Messung vom Schornsteinfeger vor Ort kann einen solchen Nachweis erbringen. Und genau damit haben diese gerade alle Hände voll zu tun – neben dem „normalen“ Kehrgeschäft zu dieser Jahreszeit. Doch Alexis Gula weist auch auf Ausnahmen hin, die für bestimmte Arten von Öfen gelten. So müssen sowohl Grundöfen, die fest im Gebäude eingebaut sind und vor dem 22. März 2010 installiert worden sind, Kochherde und Backöfen, die mit Holz, Kohle oder Pellets betrieben werden und Badeöfen nicht ausgetauscht werden. Für offene Kamine gilt, dass sie nur an acht Tagen im Monat für fünf Stunden betrieben werden dürfen – also eher zur Gemütlichkeit statt als Heizquelle – wenn sie nicht unter die Austausch- oder Nachrüstpflicht fallen sollen. "Und dann gibt es noch eine weitere Ausnahme, die gilt, wenn ein Gebäude keine Zentralheizung hat und nur mit Einzelraumfeuerstätten betrieben wird", erklärt der Schornsteinfegermeister.

Auch für Öfen, die vor 1950 gebaut wurden, sind vom Austausch oder der Nachrüstung ausgeschlossen. Solche Öfen gelten als historisch und können weiterbetrieben werden. Doch auch hier gilt eine Besonderheit: Die Ausnahme für historische Öfen gilt nur am Einbauort . Die Ausnahme für historische Öfen gilt nur am Einbauort. Sie dürfen beispielsweise nicht in neuerrichtete Häuser versetzt werden.

"Eine Nachrüstung mit einem entsprechenden Feinstaubfilter ist zwar auch möglich, doch die Kosten sind nicht wesentlich geringer als der Einbau eines neuen Ofens", erklärt Gula zu den Kosten.

Feuerstättenampel: Erkennen, wann der Austausch ansteht

Die Feuerstättenampel ist eine Kennzeichnung für Kaminöfen in Ampelfarben und kennzeichnet das Jahr, indem der Ofen ausgetauscht werden muss. Die Farben richten sich nach den Stufen, in denen die Austauschfristen greifen. Eine rote Markierung steht für einen dringend nötigen Austausch, Orange ist die Kennzeichnung für das Jahr 2017, in der die nächste Stufe der Austauschpflicht greift, wenn das Gerät vor 1985 eingebaut wurde und nur wenn eine grüne Kennzeichnung vorhanden ist, ist der Holzofen bereits technisch auf dem neuesten Stand. Die Feuerungsampel wird unter anderem von den Schornsteinfegern vergeben. Sie ist jedoch nicht verpflichtend.

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