Handwerkliche Berufsausbildungen novelliert Ausbildungsjahr 2021: 6 handwerkliche Ausbildungsberufe modernisiert

Brauer, Friseur und handwerkliche Elektroberufe: Mit Wirkung zum 1. August 2021 werden insgesamt fünf Ausbildungsberufe im Handwerk an die Digitalisierung angepasst und neu strukturiert. Was sich ändert.

Brauer gibt Hopfen in den Sud
Brauer und Mälzer können sich freuen. Das Prüfungsfach Getränkeschankanlagen entfaltet keine Sperrwirkung mehr, Abschluss- und Gesellenprüfung können gestreckt werden und die Zwischenprüfung entfällt. - © MATTHEW - stock.adobe.com

Brauer/Mälzer

Die für Auszubildende wohl interessanteste Neuerung, ist der der Wegfall von Sperrfächern. Der Nutzen, den man sich von der Sperrwirkung des Prüfungsfaches Getränkeschankanlagen erhofft hatte, hat sich nicht eingestellt. Im Gegenteil, sie stellte sogar eine unverhältnismäßige Hürde dar. Dieses Sperrfach musste, unabhängig von der sonstigen Benotung, mindestens mit ausreichend bestanden werden, um einen Facharbeiterbrief zu erhalten. Dieser ist die Voraussetzung, dass es ihm erlaubt ist, Getränkeanlagen in Betrieb zu nehmen.

Des Weiteren wird die Ausbildung neu strukturiert. Gesellen- und Abschlussprüfung können gestreckt absolviert werden und die Zwischenprüfung fällt weg.

Handwerkliche Elektroberufe

Die Struktur der handwerklichen Elektroberufe wurde novelliert.

Elektroniker für Automatisierungs- und Systemtechnik

Der Elektroniker mit den bisher drei Fachrichtungen Energie- und Gebäudetechnik, Automatisierungstechnik sowie Informations- und Telekommunikationstechnik wird künftig nur noch die beiden zuerst genannten Fachrichtungen beinhalten.

Die Fachrichtung Informations- und Telekommunikationstechnik wird in den Beruf des Informationselektronikers aufgehen. Berufsprofile, Ausbildungsinhalte und Prüfungsanforderungen werden entsprechend angepasst.

Zusätzlich zum Beruf des Elektronikers mit der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik wird ein neuer Monoberuf geschaffen, der Elektroniker für Gebäudesystemintegration.

Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik

Die Themen mobile elektrische Antriebe und neue Prozessabläufe im Zuge der Digitalisierung verändern die Ausbildung im Elektrohandwerk.

Im Ausbildungsberuf Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik sind folgende Änderungen vorgesehen: Teil eins und zwei der Abschlussprüfung werden künftig anders gewichtet. In Teil eins sollen die Auszubildenden den Lehrstoff wiedergeben und in Teil zwei dann anwenden.

Informationselektroniker

Auch das Berufsfeld des Informationselektronikers mit seinen bisher Schwerpunkten Geräte- und Systemtechnik und Bürokommunikationstechnik entwickelt sich rasant. Gerade hier sind Elektro- und Informationstechnik nicht mehr voneinander zu trennen. Geräte und Systeme sind in Netzwerke eingebunden, die Installation von Hard- und Software werden nicht mehr unabhängig voneinander installiert.

Deshalb wird künftig die Fachrichtung Telekommunikationstechnik ebenfalls in den Beruf des Informationselektronikers integriert. Zudem sollen Auszubildende künftig eine gestreckte Ausbildungsprüfung ablegen.

Friseur

Die Ausbildungsverordnung der Friseure wird kleineren Änderungen unterworfen. So wird zum Beispiel aus der "klassischen Dauerwelle" eine "dauerhafte Umformung" und der Prüfungspunkt "Kopfmassage am Herrn" fällt weg.

Sie verliert dabei nicht ihre Gültigkeit, einzelne Ausformulierungen werden allerdings den aktuellen Gegebenheiten des Berufes angepasst. Die Abstimmungen dazu erfolgen mit den Sozialpartnern, dem verordnungsgebenden Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Maler und Lackierer

Im Kontext der Energiewende verlagert sich der Tätigkeitsreich des Gewerks immer mehr in Richtung von Bereich Putz-, Stuck-, Trockenbau oder Verglasungsarbeiten. Dieser Entwicklung trägt auch die Ausbildung Rechnung.

Mit Energieeffizienz- und Gestaltungstechnik und Ausbautechnik und Oberflächengestaltung kommen zwei neue Fachrichtungen hinzu. Sie sollen angehende Maler und Lackierer besser auf die Anforderungen, die sie grade in der energetischen Gebäudesanierung erwarten, vorbereiten.

Zur Umsetzungshilfe des Bundesinstituts für Berufsbildung hier.