Umfrage unter Jugendlichen Mehr Schüler nutzen Social Media zur Berufsorientierung

Ausbildungsmessen, Berufspraktika, Schnuppertage: In der Corona-Krise mussten viele Formate zur Berufsorientierung ausfallen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Schüler deshalb vermehrt auf die sozialen Kanäle zurückgreifen. Für Handwerksbetriebe kann das auch nach der Pandemie eine Chance darstellen.

Immer mehr Jugendliche nutzen Social-Media-Kanäle, um sich über Berufe zu informieren. Das zeigt eine aktuelle Studie. - © Mirko Vitali - stock.adobe.com

Vor allem Instagram und Youtube sind bei Jugendlichen beliebt, um sich über Berufe zu informieren. Das zeigt eine Umfrage des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA). Mehr als jeder vierte Jugendliche nutzt demnach Social-Media-Kanäle zur Berufsorientierung. Die mehr als 1.000 befragten Schüler bewerteten YouTube mit 83,4 Prozent und Instagram mit 60,2 Prozent als besonders hilfreich, um mehr über Ausbildung und Arbeitsleben zu erfahren.

Mix aus Online-Beratung und persönlichen Angeboten

Um die Berufsorientierung auch während der Corona-Pandemie zu ermöglichen, setzten viele Unternehmen auf Online-Berufsberatungen oder virtuelle Ausbildungsmessen. Im Rahmen der KOFA-Studie gaben 28 Prozent der Schüler an, eines oder mehrere dieser digitalen Angebote bereits genutzt zu haben. Dieser vergleichsweise niedrige Anteil zeige aber auch, dass bislang digitale Wege zur Berufsorientierung noch nicht flächendeckend und ausreichend etabliert sind, so die Studienmacher. Es bestehe nach wie vor intensiv der Wunsch nach persönlicher Beratung und praxisnahen Einblicken in die Unternehmen. 80 Prozent der Befragten äußerten das Bedürfnis nach konkreten Angeboten zur Berufsorientierung von Unternehmen – besonders beliebt bei den Schülern sind neben Betriebspraktika vor allem Unterrichtsbesuche durch Vertreter des Unternehmens.

Instagram & Co als Chance für Handwerksbetriebe

Das KOFA wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Der Fokus des Projekts liegt in der Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen bei der Fachkräftesicherung. Die Studie sollte der Frage nachgehen, welchen Herausforderungen die Berufsorientierung aktuell gegenübersteht. Da die Studie nicht represäntativ ist, kann zwar nicht auf die Gesamtheit der Schüler in Deutschland geschlossen werden. Die Studie gebe aber Einblicke in den Ablauf von Berufsorientierungsprozessen, so die Studienautoren.

So sei eine gute Berufsorientierung substanziell für eine fundierte Berufswahlentscheidung. Oftmals seien die Vorstellungen der Jugendlichen über ihre beruflichen Möglichkeiten und die damit verbundenen Perspektiven allerdings nur vage, was zur Ausbildungs- oder Studienabbrüche führe. Weil Beratungen und praktische Einblicke aufgrund der Corona-Krise kaum in Präsenz stattfinden konnten, habe sich die Informationssuche vorrangig auf das Internet und auf Social Media verlagert. "Unternehmen sollten diese Plattformen aktiv in ihr Berufsorientierungsangebot einbinden und dort ihren Betrieb, das Team und den Ausbildungsalltag zeigen", rät Valeska Martin, Studienautorin und Referentin am KOFA. Dies gelte auch für die Zeit nach der Corona-Pandemie. ew

Wie Betriebe Azubis über Instagram finden können, erklärt die DHZ in diesem Artikel:

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Alle Ergebnisse der Studie und daraus resultierende Handlungsempfehlungen können Interessierte hier downloaden: KOFA-Studie: Neue (digitale) Wege in der Berufsorientierung