Coronavirus -

Zertifizierter Atemschutz DGUV warnt: CPA-Masken schützen nicht vor Schadstoffen

Viele der im Handel angebotenen Masken sollen zwar vor dem Coronavirus schützen, jedoch nicht vor Gefahrenstoffen in der Luft. Gerade für Handwerker könnte das gefährlich werden. Wie sich Pandemie- und konventioneller Atemschutz unterscheiden und an welchen Merkmalen man zertifizierte Schutzausrüstung erkennt.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Vor allem Beschäftigte im Gesundheitswesen soll der sogenannte Corona-Pandemieatemschutz (CPA) vor einer Sars-CoV-2-Infektion schützen. Gegenüber konventionellem, zertifiziertem Atemschutz hat er laut des Instituts für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) aber nur eine eingeschränkte Schutzwirkung: Trotzdem werde CPA inzwischen vielerorts im Handel angeboten, und wer Bedarf hat, greife natürlich zu, erklärt Martin Liedtke, Koordinator für Persönliche Schutzausrüstung im IFA: "Darunter sind sicher auch Betriebe, die filtrierenden Atemschutz grundsätzlich für die verschiedensten Tätigkeitsbereiche benötigen, zum Beispiel an Arbeitsplätzen mit hoher Staubbelastung oder für den Umgang mit ölhaltigen Aerosolen." 

CPA schützt vor Virus, aber nicht vor Schadstoffen in der Luft

CPA ist für den Laien oft nicht von sonst üblichem, zertifiziertem Atemschutz zu unterscheiden. Aber: CPA ist keine Persönliche Schutzausrüstung gemäß der Europäischen Prüfnorm EN 149 für filtrierende Halbmasken. Er ist in puncto Schutzwirkung nicht mit Atemschutz gleichzusetzen, der nach dieser Prüfnorm zertifiziert wurde. CPA soll gegen das Virus schützen. "Das heißt aber nicht automatisch, dass die Atemschutzmasken auch gegen sonstige luftgetragene Schadstoffe, zum Beispiel ölhaltige Aerosole mit teils krebserzeugenden Inhaltsstoffen, Schutz bieten", sagt Liedtke.

Worauf Handwerksbetriebe beim Kauf von Masken achten sollten

Den Betrieben rät der IFA-Experte: "Im Augenblick ist es ganz besonders wichtig, beim Kauf von Atemschutz auf die Herstellerangaben zur Verwendung der Maske zu achten. Sind die nicht eindeutig oder fehlen sie ganz – beides kann bei Pandemie-Atemschutz der Fall sein – nutzen Sie diese Masken wirklich nur zum Infektionsschutz. Für andere Einsatzzwecke, also zum Schutz vor luftgetragenen Gefahrstoffen, verwenden Sie ausschließlich zertifizierten Atemschutz gemäß EN 149." Der lässt sich verbindlich an zwei Merkmalen erkennen, die beide vorhanden sein müssen:

  • am CE-Kennzeichen, gefolgt von der vierstelligen Kennnummer der überwachenden, notifizierten Stelle, zum Beispiel "CE 0121".
  • an der Benutzerinformation, die zwingend in jeder handelsüblichen Verpackung in deutscher Sprache vorhanden sein muss und die Benutzung nicht auf den alleinigen Schutz gegen SARS-CoV-2 einschränkt.

Weiterführende Informationen zur Pandemie-PSA bietet das IFA auch auf seiner Webseite. ew

 

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten