Klimaschutz Arbeitsplan Energieeffizienz: Habeck ruft zum Energiesparen auf

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck macht Tempo beim Energiesparen und hat einen entsprechenden Arbeitsplan vorgelegt. Solardächer auf Neubauten sollen demnach bald zum gesetzlichen Standard werden. Für Heizungen ist ein Austauschprogramm geplant.

Handwerker installieren Photovoltaik auf Dach.
Laut dem "Arbeitsplan Energieeffizienz" sollen Solardächer auf Neubauten bald gesetzlich vorgeschrieben sein. - © wjarek - stock.adobe.com

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat angesichts des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und der Herausforderungen der Klimawende zum Energiesparen aufgerufen und einen entsprechenden Arbeitsplan vorgelegt. "Wer Energie spart, schützt das Klima, stärkt das Land und schont den Geldbeutel", sagte der Grünen-Politiker. Es sei eine gemeinsame nationale Aufgabe, bei der Politik, Wirtschaft und Verbraucher zum Gelingen beitragen könnten. Deutschland brauche hier mehr Tempo und Konsequenz, betonte er.

Förderprogramme sollen angepasst werden

Wie Habeck weiter sagte, setzt die Regierung derzeit alle Hebel in Bewegung, um unabhängiger von russischer Energie zu werden. So wichtig es dabei sei, kurzfristig alternative Lieferquellen aufzutun und die Infrastruktur dafür zu bauen, der "günstigste und effizienteste Beitrag zu mehr Unabhängigkeit ist weniger Energieverbrauch", betonte der Minister. Förderprogramme dafür sollten entsprechend angepasst werden.

Solardächer auf Neubauten bald Standard

Laut Arbeitsplan soll noch in der zweiten Jahreshälfte 2022 eine Novelle des Gebäudeenergiegesetzes vorgelegt werden. Dann sollen Solardächer zum gesetzlichen Standard gemacht werden. Auch sind strengere Maßnahmen für den Heizungstausch vorgesehen. So soll ab 2024 jede neu eingebaute oder ausgetauschte Heizung mindestens zu 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen. Dies sei etwa durch den Einbau einer Pelletheizung, durch Solarthermie oder durch Wärmepumpen möglich.

Arbeitsplan Energieeffizienz: Aufbauprogramm Wärmepumpe geplant

Ziel ist nach den Plänen des Ministeriums auch, die Zahl neu installierter Wärmepumpen bis 2024 auf mehr als 500.000 Stück pro Jahr zu steigern. "Um den Wärmepumpenhochlauf zu unterstützen, soll das 'Aufbauprogramm Wärmepumpe' Anreize für Handwerksbetriebe und Planungsbüros geben, um an Weiterbildungen zu Planung und Einbau von Wärmepumpen teilzunehmen", heißt es weiter. 

Beratungsangebote sollen ab Juni gestärkt werden

Habeck setzt den Angaben zufolge zudem darauf, Förderprogramme neu auszurichten und Beratungsangebote zu stärken. So soll laut Arbeitsplan ab Juni eine Energiesparkampagne gestartet werden. Unternehmer und Verbraucher sollen sich beraten lassen können, wie sie etwa eine Solaranlage auf dem Dach installieren oder mit welchen Alltagstipps sie Energie sparen können.

Arbeitsplan Energieeffizienz: Schwerpunkt der Förderung soll in der Sanierung liegen

Das Ministerium machte auch deutlich, dass künftig nur noch "das Richtige" gefördert werden solle. Das "Falsche" wie etwa der Einbau einer Gasheizung nicht mehr. Aufgehoben wurde im Januar schon die Förderung des Effizienzhausstandards EH 55. Dieser Standard soll ab nächstem Jahr vielmehr gesetzlicher Mindesteffienzstandard im Neubau sein. "Ab dem 1. Januar 2025 wird der Standard noch mal auf EH40 erhöht", hieß es weiter. Eine entsprechende Änderung sei am 11. Mai im Kabinett verabschiedet worden. Steuergelder sollten dort eingesetzt werden, wo der Klimaschutzeffekt am größten ist. So soll der Hauptschwerpunkt der Gebäudeförderung auf der Sanierung bestehender Häuser und Wohnungen liegen.