Arbeit von zu Hause Arbeitgeber müssen mehr Homeoffice anbieten

Die Bundesregierung will mit einer befristeten Pflicht für die Arbeitgeber die Corona-Pandemie eindämmen.

Karin Birk

Die neuen Beschlüsse der Bundesregierung verpflichten Arbeitgeber Arbeitnehmern Homeoffice zu ermöglichen. - © yossarian6 - stock.adobe.com

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat neue befristete Regeln für das Arbeiten von Zuhause vorgestellt. „Wenn keine zwingenden betrieblichen Gründe dagegen sprechen, müssen Arbeitgeber künftig Homeoffice anbieten“, sagte Heil, nachdem er die entsprechende Verordnung dem Bundeskabinett vorgelegt hatte. Ziel sei es, Kontakte bei der Arbeit und auf dem Weg zur Arbeit zu reduzieren. Rechtsgrundlage dafür sei § 18 des Arbeitsschutzkontrollgesetzes. Ein Zwang für Beschäftigte könne daraus nicht abgeleitet werden. Er erwarte allerdings, dass Arbeitnehmer entsprechende Angebote auch nutzten. Die Verordnung werde voraussichtlich am Mittwoch kommende Woche in Kraft treten und sei bis 15. März befristet.

Mehr medizinische Masken am Arbeitsplatz

Wo immer Homeoffice nicht möglich ist, sollen nach den Worten Heils die Kontakte so weit wie möglich reduziert und die Abstände eingehalten werden. Für mehr Schutz vor Ansteckung müssten die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern medizinische Masken zur Verfügung stellen. Darüber hinaus werden Arbeitgeber angehalten, flexible Arbeitszeiten zu ermöglichen, um die Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr zu entzerren.

Arbeitsschutzbehörden sollen Beschlüsse stichprobenhaft prüfen

Mit Blick auf die Kontrollen der Beschlüsse sagte Heil: „Mir geht es nicht darum, Unternehmen zu quälen“. Sie sollten nur stichprobenhaft von den Arbeitsschutzbehörden der Länder kontrolliert werden. Im „allergrößten Notfall“ seien dann auch Bußgelder möglich. Er riet dazu, dass Arbeitnehmer zuerst einmal mit dem Arbeitgeber über die Möglichkeit von Homeoffice sprechen sollten. Erst als letzten Schritt sollten sie sich an die Arbeitsschutzbehörden der Länder wenden.