Beim Stichwort „Soziale Netzwerke“ denke viele zuerst an Facebook und Twitter. Dabei gibt es für Betriebe, die Geschäftskontakte über das Internet knüpfen und pflegen möchten oder die Sozialen Medien in ihr Marketingkonzept einbinden wollen, interessante Alternativen. Zwei Business-Netzwerke im Vergleich.
Steffen Guthardt

Wollen Sie durch die Nutzung Sozialer Netzwerke einen wirklich Mehrwert für Ihren Betrieb schaffen, kann eine speziell auf Geschäftskontakte ausgerichtete Plattform besser geeignet sein als die Massenphänomene Facebook und Twitter.
Genauso wie bei Facebook richten Sie auch im Business-Netzwerk ein persönliches Profil ein. Im Vordergrund stehen aber die Angaben zu ihrer Tätigkeit als Unternehmer oder Angestellter. Mitglieder möchten wissen, wo Sie arbeiten, wo Sie vorher tätig waren, welche besonderen Fähigkeiten Sie haben und welche Art von Kontakten Sie knüpfen möchten.
Im Gegensatz zu Facebook und Twitter ist es wesentlich einfacher, gezielt Informationen zu finden, die für Ihren betrieblichen Alltag relevant sind und Personen aus Ihrem Geschäftsbereich kennenzulernen. In Gruppen treffen sich Mitglieder gleicher Interessen zum Meinungsaustausch, in Forenbeiträgen wird über aktuelle Themen aus der Branche diskutiert. Der Unterhaltungsaspekt rückt im Vergleich zu Facebook in den Hintergrund, Fragen rund um das Business sollen im Fokus stehen.
Xing und LinkedIn
Marktführer unter den Business-Netzwerken in Deutschland ist immer noch Xing. Über fünf Millionen Nutzer zählt das Unternehmen bereits im deutschsprachigen Raum, weltweit sollen es etwa zwölf Millionen sein. Stark im Aufwind ist hierzulande aber auch die Plattform LinkedIn. Weltweit tauschen sich hier etwa 100 Millionen Mitglieder über ihr Business aus. In Deutschland ist das Unternehmen allerdings erst seit 2009 mit einer eigenen Benutzeroberfläche präsent, zählt aber schon rund zwei Millionen Mitglieder.
Doch die schiere Größe einer Plattform sagt noch wenig darüber aus, welchen Nutzen die Plattformen für Sie als Handwerksunternehmer haben können. Interessanter ist da schon die Frage, wer hier aktiv ist. In beiden Netzwerken sind Männer deutlich stärker vertreten als Frauen. Bei den Altersgruppen sind am häufigsten die 25- bis 34-Jährigen präsent, gefolgt von den 35- bis 44-Jährigen. Jugendliche spielen auf Xing (fünf Prozent) und LinkedIn (sieben Prozent) im Vergleich zu Facebook hingegen kaum eine Rolle, da sie in der Regel noch nicht geschäftlich aktiv sind.
Handwerk noch wenig aktiv
Weniger als zehn Prozent der Nutzer sind als Einzelunternehmer tätig, während knapp die Hälfte von Ihnen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern angehören. Das Handwerk ist im Vergleich zu anderen Branchen wie dem Finanzsektor oder dem IT-Bereich noch wenig präsent. Während Führungskräfte die Netzwerke vor allem zum Austausch von Geschäftskontakten nutzen, versuchen Nachwuchskräfte über die Plattformen Lehrstellen oder Studienplätze zu finden.
Wollen Sie die Dienste in ihre Marketing-Strategie einbinden, ist für Sie natürlich auch die Kaufkraft der Nutzer eine wichtige Information. Knapp jeder dritte Benutzer auf Xing verfügt über ein Jahreseinkommen zwischen 36.000 und 54.000 Euro, bei LinkedIn ist es jeder vierte. Immerhin noch etwa jedes zehnte Mitglied der beiden Netzwerke hat jährliche Einnahmen von über 72.000 Euro. Auf beiden Plattformen verfügt die größte Gruppe jedoch über Einkünfte von unter 27.000 Euro im Jahr.
Am besten nutzen Sie die Guided Tours die Xing und LinkedIn auf Ihren Webseiten anbieten, um sich ein näheres Bild von den Diensten zu machen. Neben kostenfreien Basis-Accounts, gibt es auch kostenpflichtige Upgrades, die die Nutzungsrechte erweitern.