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Steuertipp Aktienverluste: Jetzt noch Verlustbescheinigung beantragen

Die Zeit drängt. Wer 2017 Geld in Wertpapiere investiert und verloren hat, kann nur noch bis Mitte Dezember eine Verlustbescheinigung beantragen und steuersparend geltend machen. So müssen Sie vorgehen.

Haben Sie im Jahr 2017 bei verschiedenen Banken Wertpapierdepots unterhalten und bei der einen Bank Gewinne erzielt und bei der anderen Bank Verluste? Dann können Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung 2017 durch das Ausfüllen der Anlage KAP die steuersparende Verrechnung beantragen. Die wichtigste Voraussetzung für die Verlustverrechnung: Sie müssen sich von der Bank, bei der Sie Verluste aus Wertpapieren erlitten haben, eine Verlustbescheinigung ausstellen lassen.

Verlustbescheinigung: Stichtag für Antragstellung

Leider haben Sie nur noch ein paar Tage Zeit mit der Beantragung der Verlustbescheinigung für das Jahr 2017. Der Antrag muss bis spätestens 15. Dezember 2017 bei Ihrer Bank eingehen. Geht er nur einen Tag zu spät ein, ist die steuersparende Verlustverrechnung in der Steuererklärung 2017 verloren. Dann bleiben die erzielten Verluste bei der Bank. Eine Verrechnung dieser Verluste kommt nur dann in Betracht, wenn Sie bei derselben Bank in den kommenden Jahren positive Kapitalerträge erzielen.

Beispiel: Sie erzielten bei der X-Bank 2017 Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren in Höhe von 2.000 Euro. Davon behält die X-Bank 527,50 Euro Abgeltungsteuer und Soli ein. Bei der Y-Bank erzielten Sie 2017 Verluste in Höhe von 3.000 Euro. Variante a: Sie stellen bis zum 15. Dezember 2017 den Antrag auf Ausstellung einer Verlustbescheinigung bei der Y-Bank. Variante b: Sie beantragen keine Verlustbescheinigung bei der Y-Bank.

Folge: Je nachdem, ob Sie bis zum 15. Dezember 2017 eine Verlustbescheinigung beantragen oder nicht, gilt Folgendes:

  • Variante a: Reichen Sie mit Ihrer Steuererklärung 2017 die Verlustbescheinigung ein und tragen Sie die Gewinne und Verluste aus Aktienverkäufen ein, erstattet Ihnen das Finanzamt die einbehaltenen Steuern in Höhe von 527,50 Euro. Es stehen noch 1.000 Euro zur Verlustverrechnung in den kommenden Jahren zur Verfügung.
  • Variante b: Hier scheidet eine Verlustverrechnung aus. Eine Verrechnung der Verluste in Höhe von 3.000 Euro erfolgt nur, wenn Sie in den kommenden Jahren bei der Y-Bank Gewinne aus Aktienverkäufen erzielen. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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