Name, Links, Story-Highlights Instagram-Profil: So optimieren Sie Ihre "Bio" professionell

"Das Profil ist der Grund, warum Menschen einem Betrieb folgen – es ist die digitale Visitenkarte", sagt Social-Media-Experte Alex Khan über den Unternehmens-Account auf Instagram. Er erklärt, wie diese Visitenkarte gestaltet sein muss, um Kunden zu gewinnen und Follower aufzubauen. Plus: Zwei Beispiel-Accounts aus dem Handwerk, die es richtig gut machen.

Profilansicht von Instagram optimieren: Der Nutzer wird durch ein Video oder ein Foto auf den Instagram-Account aufmerksam und besucht deshalb das Profil. Jetzt ist der erste Eindruck entscheidend. - © wichayada - stock.adobe.com

"Der erste Eindruck vom Instagram-Profil eines Unternehmens ist äußerst wichtig. Er entscheidet, ob ein Nutzer dem Profil folgt oder es gleich wieder verlässt", sagt Instagram-Experte Alex Khan. Alle Instagram-Accounts verfügen über dieselben Elemente: Username, Profilbild, Profiltext als Biografie (Bio), Links, Story-Highlights und eventuell "gepinnte" Beiträge. Handwerksbetriebe können selbst bestimmen, wie diese gestalten sein sollen und was der Besucher auf den ersten Blick auf ihrem Profil sehen soll. "Wenn Unternehmens-Accounts einen geregelten und einheitlichen Aufbau haben, weiß der Besucher sofort, was ihn erwartet", erklärt Khan. Mit seiner Agentur "Attractive Media" unterstützt er Unternehmen mit Social-Media-Strategien. Zudem hält er Vorträge und Schulungen zum Thema. Aus seiner Erfahrung weiß er, dass sich viele Betriebe ganz auf die Beitragsbilder und Kurzvideos (Reels) konzentrieren, die Profilbeschreibung jedoch häufig vernachlässigen. Dabei sei diese das Grundgerüst für einen erfolgreichen Instagram-Account: "Die Profilbeschreibung ist die digitale Visitenkarte des Unternehmens", sagt er.

Instagram-Profil: So können Betriebe diese Elemente gestalten:

Der Experte nennt typische "Anfängerfehler" und gibt einfache Tipps, die direkt umgesetzt werden können. Dabei arbeitet sich Khan von oben nach unten durch das Profil.

Das ist beim User- und Bio-Namen zu beachten

Der Username steht ganz oben auf dem Instagram-Profil. Über diesen Namen kann das Profil hauptsächlich über die Instagram-Suchfunktion gefunden werden. Experte Alex Khan rät, den Namen so kurz wie möglich zu halten. Das Wichtigste sei aber, dass er plattformübergreifend konsistent ist: "Egal ob auf Instagram, Facebook, X oder anderen Social-Media-Kanälen, der Name sollte immer gleich sein." Wenn es der Platz zulässt, sei es auch sinnvoll, das Gewerk in den Nutzernamen zu integrieren. Ein gutes Beispiel ist "mertl_bedachungen".

Außerdem ist der Bio-Name wichtig. Er steht unter dem Usernamen und ist fett abgebildet. Der Experte erklärt: "Durch die Keywords in diesen Namen erscheint man in der Google-Suche". Keywords sind Wörter oder Begriffe, die Nutzer bei Google eingeben, damit die Suchmaschine passende Informationen und Internetseiten findet. Deshalb sei es sehr wichtig, hier noch einmal den Namen des Betriebs und das Gewerk zu nennen. "Wenn es der Platz zulässt, unbedingt auch den Ort ergänzen", rät Khan. Ein gutes Beispiel wäre "Stephan Pöschl Zimmerei & Holzbau / Landshut". Der Experte kennt auch typische "Anfängerfehler", die bei der Namensvergabe gemacht werden:

Übersicht: Wo im Instagram-Profil steht was? - © DHZ
  • Sonderzeichen, Emojis und anderer Schnickschnack: Bei beiden Namen weglassen. Namen sollten einfach gehalten werden, damit sie für den Nutzer leicht verständlich sind.
  • "Offizieller Account" oder "Official": Dieser Zusatz ist unnötig und nimmt nur Platz weg.
  • Gewerk oder Ort vergessen: Der Nutzer weiß auf den ersten Blick nicht, was der Handwerker anbietet und ob er überhaupt in der Nähe ist.
  • Telefonnummer oder E-Mail-Adresse: Das sind wichtige Informationen, die aber besser an anderer Stelle hinterlegt werden sollten.

Profilbild und Kategorie: Dos und Don´ts

"Hier sollte am besten das Firmenlogo zu sehen sein", sagt Khan. Dabei ist zu beachten, dass das Logo automatisch rund zugeschnitten wird. Deshalb empfiehlt der Experte, ein quadratisches Bild hochzuladen: "Das Logo sollte gut sichtbar sein, im Zweifelsfall sollte man ein Symbol einem Text vorziehen". So sei es besser lesbar. Von einem Slogan rät er ab, dieser sei nicht gut erkennbar. Unter dem Profil kann noch eine Kategorie hinterlegt werden. Mögliche Beispiele sind "Bäckerei", "Dachdecker" oder "Bauunternehmen". Dazu sagt Khan: "Ich würde diese Kategorie nicht sichtbar auf dem Profil anzeigen lassen". Mit einem Klick darauf könnte der Besucher direkt zur Konkurrenz weitergeleitet werden.

Instagram-Account: Diese Infos gehören in die Bio

"In der Instagram-Bio sollten die Betriebe drei wichtige W-Fragen beantworten", sagt Khan:

  • "Wer bin ich?": Zunächst sollte das Profil deutlich machen, um welchen Betrieb es sich handelt und welche Dienstleistungen oder Produkte angeboten werden.
  • "Was bringt Dir mein Account?": Danach sollte dem Nutzer erklärt werden, was ihn erwartet, wenn er auf "Folgen" klickt. Bekommt er Einblicke in das Unternehmen, lernt er das Team kennen, sieht er, wie eine Ausbildung abläuft oder wird er auf offene Stellen aufmerksam gemacht?
  • "Was möchte ich, was Du als Nächstes tust?": Der "Call-to-Action" ist eine Aufforderung an den Nutzer und verweist auf den hinterlegten Link, der sich darunter befindet. Mögliche Beispiele aus dem Handwerk sind: "Bewirb Dich hier", "jetzt Termin vereinbaren" oder "zu unseren Angeboten".

In der Instagram-Bio könne durchaus mit Emojis zur Gliederung der einzelnen Punkte gearbeitet werden. Auch hier rät der Experte, sparsam mit den Zeichen umzugehen: "Wenn der Text in der Bio zu lang ist, erscheint ein ’mehr‘-Button, den man anklicken muss. Das ist nicht schön." Wer weniger als 80 Zeichen verwende, hätte dieses Problem nicht. Es hänge aber auch immer von den Absätzen und den Buchstaben ab: "Zum Testen einfach mit dem privaten Account das Firmen-Profil besuchen, dann sieht man es direkt."

Hashtags seien in der Bio überflüssig: "Am besten ganz weglassen, das bringt nichts, da Instagram nicht mehr auf Hashtags angewiesen ist".

Unter der Bio haben Betriebe die Möglichkeit, ein bis fünf Weblinks zu hinterlegen. "Ich würde immer nur einen Link verwenden, weniger ist hier mehr", rät der Experte. Es käme aber auch immer darauf an, was der Seitenbetreiber mit dem Link erreichen möchte: "Es ist zum Beispiel möglich, direkt auf sein Impressum zu verlinken. Ich würde das aber in den Story-Highlights empfehlen". Ein Link mit einem guten Call-to-Action ist für Khan die beste Option. Bei einer Auswahl von bis zu fünf Links würden die Nutzer immer weniger klicken, da sie eine zu große Auswahl hätten. Eine Verlinkung auf die Startseite der Website sei keine gute Wahl, so der Experte: "Besser ist es, auf eine Unterseite zu verlinken, zum Beispiel auf die Karriereseite. Der Nutzer empfindet das Instagram-Profil bereits als Homepage des Betriebs."

Kontakt-Button: Ja oder nein?

Der optionale Kontakt-Button stellt für Khan eine gute Möglichkeit dar, um eine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer zu hinterlegen. "So spart man Platz in der Bio und die hinterlegten Informationen sind auch anklickbar". In der Bio ist das nicht möglich.

Diese Story-Highlights können Handwerksbetriebe nutzen

Alle geposteten Instagram-Storys können in den Story-Highlights gespeichert und dauerhaft für alle Nutzer verfügbar gemacht werden. Nicht gespeicherte Storys sind nur 24 Stunden online. Der Experte vergleicht die Highlights mit dem Menü einer Website: "Der Nutzer sieht sofort, welche Themen ihn erwarten. Die Story-Highlights sollten auf jeden Fall genutzt werden". Neben den hinterlegten Storys und dem Vorschaubild braucht jedes Highlight einen Namen. Khan nennt einige Beispiele, die Handwerksbetriebe als Story-Highlights anlegen können:

  • "Impressum": Da es sich um einen gewerblichen Account handelt, müsse auch das Impressum des Unternehmens mit zwei Klicks erreichbar sein. Khan rät zu folgendem Trick: "Das Impressum in der Story posten und einen zusätzlichen Link auf die Website einfügen".
  • "Über uns": Hier kann sich der Chef oder der Admin mit einem kurzen Video vorstellen. Ein Beispiel von Khan: "Hallo, ich bin der Alex. Cool, dass Du auf unserem Profil bist. Hier zeigen wir Dir mehr von unserer Arbeit und informieren Dich über aktuelle Aktionen. Ich würde mich freuen, wenn Du uns folgst, damit Du nichts mehr verpasst."
  • "Betrieb": Hier können Bilder des Betriebes gezeigt werden. Ein Bäcker könnte beispielsweise seine Backstube, das Gebäude von außen und innen und die Verkaufsfläche zeigen.
  • "Team": Hier können Mitarbeiter mit Foto und ihrer Aufgabe vorgestellt werden. Der Experte nennt eine Idee für das Friseur-Handwerk: "Jeder Friseur kann mit Bild, Vornamen und Spezialgebiet, zum Beispiel Hochzeitsfrisuren oder Kinderhaarschnitte, vorgestellt werden". Auf diese Weise könnten potenzielle Kunden den Friseur direkt kennenlernen.
  • "Leistungen": Hier können aktuelle Preislisten, Rabattaktionen oder Angebote hinterlegt werden. Dadurch muss der Besucher nicht weitersuchen und hat direkt alle Informationen, die er braucht. Alternativ kann hier auch auf die Internetseite für eine Angebotsanfrage verlinkt werden.
  • "Feedback": Dieser Punkt ist dem Experten besonders wichtig, in diesem Highlight sollten Referenzfotos von Projekten oder Produkten hinterlegt werden. Dazu könne ein Text oder ein Video eines zufriedenen Kunden hinzugefügt werden: "Wir leben in einer Welt, in der sich die Menschen gegenseitig sagen, was gut ist und was nicht". Bestes Beispiel sei Amazon. Hier würden Interessenten vor dem Kauf auch immer die Rezensionen lesen und darauf vertrauen.
  • "Presse": Wenn der Betrieb selbst Pressemitteilungen verfasst oder ein Zeitungs- oder Online-Artikel über das Unternehmen erschienen ist, können diese hier gespeichert und verlinkt werden.

Für alle Story-Highlights muss ein Vorschaubild hinterlegt werden, dafür hat Khan einen Tipp: "Ein Text als Bild geht gar nicht, am besten immer mit Grafiken arbeiten". Auch Gruppenbilder seien keine gute Wahl, größenbedingt könne man wenig erkennen. Am besten seien einheitliche Grafiken mit konstanten Farben. Diese könnten beispielsweise mit der kostenlosen Version von "Canva" erstellt werden. "Das hört sich jetzt schwieriger an, als es ist. Das kann wirklich jeder." Wie das geht, zeigt Alex Khan in einem kurzen Video:

Gepinnte Beiträge

Nutzer können die drei Beiträge des Accounts an der Startseite "pinnen". Dadurch stehen diese immer ganz oben. Hier sollten laut Khan wieder wichtige W-Fragen geklärt werden: "Als erster Beitrag ist ein Vorstellungs- und Begrüßungsvideo des Chefs schön und sinnvoll." Auf einem gepinnten Beitrag können auch Preise, Aktionen und Sonderangebote gezeigt werden. Und der Experte empfiehlt Kundenrezensionen: "Ein einfacher Screenshot eines Kommentars, einer Bewertung bei Google oder einem Drittanbieter wie Trustpilot reicht völlig aus". Wichtig sei, dies immer mit einem Dankeschön zu verbinden: "Es sollte ein ’vielen Dank dafür’ und kein ’schau mal, wie toll ich bin’ sein."

Diese Handwerksbetriebe machen mit ihrem Instagram-Profil viel richtig

Instagram-Experte Alex Khan nennt zwei gute Beispiel-Accounts aus dem Handwerk und erklärt, was sie richtig machen:

  1. "hairfashion.de": "Dieses Profil folgt mit ihrer Bio der 3-W-Formel, das Logo als Profilbild ist gut erkennbar und das wichtige Keyword Friseur steht im Namen. Außerdem sind die Story-Highlights gut."
  2. "groth_diebadgestalter": "Der Account hat einen klaren Profiltext mit Emojis, einen spielerischen Umgang mit den Story-Highlights, das Logo im Profilfoto ist gut lesbar und verzichtet darauf, die Kategorie sichtbar anzuzeigen."