Kurz vor Jahresende steigt die Lkw-Maut deutlich – das könnte nicht nur Folgen für Spediteure haben, sondern auch für Verbraucher und Handwerker. Aber das sind nicht alle wichtigen Änderungen im Dezember 2023. So muss beispielsweise für manche Rasenmäher künftig eine Kfz-Haftpflicht abgeschlossen werden. Ein Überblick.

In den Handwerksbetrieben steigen die Weihnachtsfeiern, Familie und Freunde kommen an den Festtagen zusammen und zum Jahreswechsel wird mit einem Glas Sekt angestoßen: Bevor aber die besinnliche Zeit beginnt, gibt es noch einige Änderungen im Dezember 2023, die Verbraucher und auch Handwerksunternehmer im Blick behalten sollen. Das ändert sich im neuen Monat:
Die Änderungen im Dezember 2023
- Bahn
- Fußball-EM
- Lkw-Maut
- Nebenkosten
- Pflege
- Rasenmäher
- Skisaisonstart
- Steuererklärung
- Strom und Gas
- Vignetten
- Wein
- Weihnachtspost
Bahn: Neuer Winterfahrplan
Neue und schnellere Verbindungen, aber auch Baustellen: Kurz vor Jahreswechsel informiert die Deutsche Bahn (DB) über die wichtigsten Änderungen in 2024 und präsentiert den neuen Winterfahrplan. Dieser tritt am 10. Dezember 2023 in Kraft.
Was genau ändert sich? Mit dem neuen Jahresfahrplan sollen etwa Reisende von Berlin noch besser nach München kommen, teilt die Bahn mit. Die Anzahl der Sprinter soll dank einer zusätzlichen Linie verdoppelt werden – dadurch soll es täglich bis zu 14 schnelle Verbindungen je Richtung geben. Eine neue zusätzliche zweistündliche Verbindung soll es zudem zwischen Berlin-Wuppertal-Köln geben. Bahnfahrer zwischen Berlin und Amsterdam sollen von einer Zeitersparnis von rund 30 Minuten profitieren. Die Intercity-Verbindung zwischen Nürnberg, Jena und Leipzig werde zudem deutlich erweitert (fünf Verbindungen täglich).
Außerdem wird das Angebot an Nachtverbindungen ausgebaut (Berlin – Paris/Brüssel) und neue Fahrzeuge wie der ICE 3neo werden häufiger eingesetzt. Im kommenden Jahr wird aber auch das Schienennetz weiter saniert, so DB. Dadurch kommt es zu Fahrplanänderungen. Die wohl größte Baustelle soll im kommenden Jahr im Juli zwischen Frankfurt am Main und Mannheim auf der sogenannten Riedbahn starten. Die Bauarbeiten sollen circa sechs Monate dauern.
Zusätzlich wichtig zu wissen im Dezember: Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn könnten im Dezember auf Fahrgäste auch Streiks zukommen. Die Lokführergewerkschaft könnte jederzeit zu Warnstreiks oder – nach der Urabstimmung – auch zu unbefristeten Streiks aufrufen.
Fußball-EM: Zweite Chance für Fußballfans
Fußballfans, die bei der ersten Runde der Ticketvergabe für die Europameisterschaft 2024 leer ausgingen, bekommen im Dezember eine zweite Chance. Dann verkauft der Verband Uefa weitere Eintrittskarten.
Google: Alte Konten werden gelöscht
Ab dem 1. Dezember 2023 werden alte, inaktive Google-Konten bei Google Ads, Gmail oder YouTube gelöscht. Darüber informiert der Suchmaschinenriese auf seiner Supportwebsite und begründet dies mit einer Richtlinie. Als inaktiv wertet Google Konten, die innerhalb von zwei Jahren nicht verwendet wurden, also in denen zum Beispiel keine Mail gelesen, kein Video geschaut oder kein Foto geteilt wurde. Wer sein Konto noch retten will, sollte sich also vor dem Monatswechsel noch einmal anmelden und darin aktiv werden. Laut Google betrifft die Löschung ausschließlich private Konten.
Änderungen im Dezember 2023: Lkw-Maut wird angehoben
Ab 1. Dezember wird eine CO₂-Maut für Lkw erhoben, um den Schadstoffausstoß stärker zu berücksichtigen. Pro Tonne CO₂ beträgt der Aufschlag 200 Euro. Er gilt für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen. Zum 1. Juli 2024 soll die Mautpflicht zusätzlich für kleinere Transporter ab 3,5 Tonnen greifen. Gute Nachrichten für Handwerker: Für sie gilt eine Ausnahme von der Lkw-Maut. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) befürwortet das, kritisiert aber die Maut-Erhöhungen. Diese dürften in erster Linie zwar die Spediteure treffen, kann aber auch "indirekte Kostensteigerungen für Handwerk und Verbraucher bringen", sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke nach dem Gesetzesbeschluss. Mehr über die Lkw-Maut erfahren Sie hier:
>>> Lesetipp: Gesetz zur Lkw-Maut beschlossen – Handwerker-Ausnahme bleibt
Nebenkostenabrechnung: Wichtig für Mieter und Vermieter
Vielen Mieterinnen und Mietern dürfte im Dezember die Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2022 ins Haus flattern. Vermieterinnen und Vermieter sind nämlich einmal im Jahr dazu verpflichtet, die Nebenkosten abzurechnen. Das ergibt sich aus § 556 BGB. Dabei gilt: Die Abrechnung ist dem Mieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums mitzuteilen. Verpassen Vermieter diese Frist, können sie die Nebenkosten nicht mehr abrechnen. Es sei denn, sie haben die Verspätung nicht selbst verschuldet.
Die Energiekrise im Jahr 2022 könnte dafür sorgen, dass die Nachzahlungen in diesem Jahr besonders hoch ausfallen. Häufig kommt es aber auch zu Fehlern in der Nebenkostenabrechnung. Deshalb sollten Mieter die Abrechnung genau prüfen. Sie haben zwölf Monate nach Erhalt der Nebenkostenabrechnung Zeit für einen Widerspruch. Danach müssen sie zahlen.
Der Mindestlohn in der Pflege steigt
Mehr Geld für Pflegekräfte: Die Mindestlöhne in der Branche steigen zum 1. Dezember 2023. Das sieht die aktuell gültige Pflegemindestlohn-Verordnung vor. Die neuen Mindestlöhne in der Übersicht:
| Berufsgruppe | Aktuell | Ab 1. Dezember 2023 |
| Pflegehilfskräfte | 13,90 Euro | 14,15 Euro |
| Qualifizierte Pflegehilfskräfte | 14,90 Euro | 15,25 Euro |
| Pflegefachkräfte | 17,65 Euro | 18,25 Euro |
Laut Bundesregierung gilt dort, wo der spezielle Pflegemindestlohn nicht zur Anwendung kommt, wie zum Beispiel in Privathaushalten, der allgemeine gesetzliche Mindestlohn von aktuell zwölf Euro pro Stunde.
Änderungen im Dezember 2023: Steuer für Rasenmäher
Sie mähen Ihren Rasen mit einem Aufsitzrasenmäher? Auch wenn die Gartenarbeit im Winter meist stillsteht: Im Dezember wird eine EU-Richtlinie umgesetzt, die eine Steuer für Aufsitzrasenmäher vorschreibt. Langsame Fahrzeuge, die mit einer Geschwindigkeit zwischen sechs und 20 Kilometer pro Stunde fahren, benötigen dann eine Kfz-Haftpflicht, berichtet Stiftung Warentest. Die Steuer muss aber nur gezahlt werden, wenn die Maschine auf öffentlichen Wegen gefahren wird. Sie gilt nicht für Fahrten auf dem Privatgrundstück.
Start der Skisaision
Die Wintersportorte rüsten sich für die Saison. Voraussichtlich am 1. Dezember will die Zugspitze als erstes Skigebiet in Deutschland den Skibetrieb starten. Noch im Dezember wollen auch die anderen Gebiete öffnen.
Steuererklärung 2019: Die Frist für die freiwillige Abgabe endet
Arbeitnehmer, die nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, können freiwillig eine Steuererklärung beim Finanzamt einreichen. Dafür haben sie genau vier Jahre nach Ablauf des Steuerjahrs Zeit. Bedeutet: Die freiwillige Steuererklärung 2019 muss bis zum 31. Dezember 2023 beim Finanzamt eingegangen sein.
Strom und Gas
Für viele Verbraucher sinken im Dezember und Januar die Strom- und Gaspreise. Betroffen sind Kunden in Grundversorgungstarifen, die für etwa ein Viertel der Haushalte gelten.
Eigentlich hatte der Bundestag auch einer Verlängerung der staatlichen Rabatte auf Strom und Gas bis zum 31. März 2024 zugestimmt. In der Regierungserklärung zum Haushalt kündigte der Kanzler nun aber ein Ende der Energiepreisbremsen an. Damit dürften diese Ende Dezember auslaufen.
Jahresvignetten für Österreich und die Schweiz
Wer als Handwerkerin oder Handwerker beruflich häufig auch in Österreich oder der Schweiz unterwegs ist, kann die neuen Jahresvignetten 2024 bereits jetzt erwerben. Sie gelten dann schon ab dem 1. Dezember 2023.
Änderungen im Dezember 2023: Neue Etiketten auf Weinflaschen
Eine neue EU-Regelung schreibt vor, dass Angaben zu Zutaten und Nährwerten künftig auf den Etiketten von Weinflaschen zu finden sein müssen. Dies gilt für neu produzierte Weinflaschen ab dem 8. Dezember. Für Verbraucher bedeutet das mehr Transparenz, im Supermarktregal ändert sich optisch aber nicht viel. Vermutlich werden die Etiketten durch die neue Pflicht größer und enthalten zudem einen QR-Code.
Weihnachtspost: Bis dahin sollten Sie Päckchen spätestens verschicken
Damit Weihnachtsgrüße und Geschenke rechtzeitig zum Weihnachtsfest ankommen, empfiehlt die Deutsche Post, Briefe und Postkarten bis zum 21. Dezember und Pakete bis 20. Dezember abzuschicken.
Sie wollen Weihnachtsgeschenke ins Ausland versenden? Welche Stichtage hier gelten sowie die Versandfristen der Paketdienstleister Hermes, DPD und GLS finden Sie hier:
>>> Lesetipp: Fristen vor Weihnachten: So kommen Geschenke per Post rechtzeitig an
Mit Inhalten der dpa