Interview zu "Motivation Handwerk" Hollywood gegen Handwerker-Mangel

Als Sohn eines Schlossers und Schweißers kennt Schauspieler Ralf Moeller das Handwerk von Kindesbeinen an. Jetzt möchte er dazu beitragen, die Branche ins Rampenlicht zu rücken. Doch warum gerade das Handwerk? Ein Interview über Motivation, Parallelen zum Sport und eine Initiative zum Mitmachen.

Macht sich stark für das Handwerk: Schauspieler und Ex-Bodybuilder Ralf Moeller. - © vibagrafik

Sie haben mit Hans Schäfer Workwear die Initiative "Motivation Handwerk" gestartet. Was ist geplant?

Ralf Moeller: Handwerker und Handwerksbetriebe können sich bei uns mit einem kurzen Video bewerben, in dem sie ihre Leidenschaft für ihren Beruf, für ihr Handwerk präsentieren. Daraus wird dann eine hochkarätige Fachjury drei Bewerbungen auswählen. Diese Handwerksbetriebe werde ich im kommenden Jahr im Rahmen eines Aktionstages besuchen, um den Betrieb und vor allen Dingen das Handwerk ins Spotlight zu rücken. Mir geht es darum, Handwerk in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen und die vielen kreativen und motivierenden Handwerker und ihre Berufe als Role Model vorzustellen.

Den Fachkräftemangel gibt es ja überall. Warum gerade Handwerk?

Noch gibt es genug Handwerksbetriebe, aber das Problem ist, dass die Babyboomer der geburtenstarken Jahrgänge in den nächsten Jahren in Rente gehen. Daher ist jetzt eine Priorität für Handwerksberufe zu werben. Daher sollten sich Betriebe heutzutage gut präsentieren und es ist wichtig, dass sie sich zeigen auch vor allem in den sozialen Netzwerken. Klappern gehört schließlich zum Handwerk.

Ralf Moeller: "EuroSkills-Erfolge gehören in die Öffentlichkeit"

Welche Berührungspunkte haben Sie mit dem Handwerk?

Mein Vater war Schlosser und Schweißer und hat mir die ersten Hanteln zusammengeschweißt. Durch Hans Schäfer Workwear bin ich jetzt wieder auf das Handwerk aufmerksam geworden und habe Einblicke in die verschiedenen Berufsbilder des Handwerks bekommen. Und mir gefällt natürlich auch, dass Handwerker und Handwerkerinnen wie Sportler zu Welt- und Europameisterschaften fahren. Ein wirklich spannendes Thema, das viel mehr ins Rampenlicht gehört, um den Nachwuchs zu begeistern.

Wir müssen den Mädels und Jungs zeigen, dass mehr in ihnen und im Handwerk steckt.

Vor Kurzem war die deutsche Mannschaft bei den EuroSkills in Danzig sehr erfolgreich.

Ja, dort wurden fantastische Leistungen gezeigt. Das sind die Erfolge, die man an die Öffentlichkeit bringen muss. Das zeigt, was man erreichen kann, wenn man nicht nur zu Hause auf der Couch sitzt, sondern aufsteht, rausgeht und etwas tut – natürlich auch für die Gesundheit, denn in den meisten Handwerksberufen ist man aktiv. Wir müssen den Mädels und Jungs zeigen, dass mehr in ihnen und im Handwerk steckt. Wir müssen ihnen die Lust vermitteln, im Handwerk anzupacken. Es ist wichtig, junge Menschen zu motivieren.

Sie haben sich auch schon in der Vergangenheit engagiert, um junge Menschen zu unterstützen.

Ja, das liegt mir sehr am Herzen. 2006 habe ich zusammen mit der damaligen Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen die Aktion "Starke Typen" ins Leben gerufen. Über zig Jahre sind wir mit Unternehmern in Hauptschulen gegangen, damit sich Schüler diesen Unternehmern vorstellen konnten. Das gab ihnen die Chance, einen Praktikumsplatz zu bekommen. Ich weiß, dass sich für einige später aus diesen Praktika heraus viel mehr entwickelt hat und sie von den Unternehmen sogar übernommen wurden.

Wie haben Sie die Jugendlichen da wahrgenommen?

Am Anfang wollen immer alle Schauspieler oder Fußballer werden. Traumberufe, von denen viele annehmen, dass man dafür nicht so viel tun muss – was ja nicht stimmt – und trotzdem viel Geld verdient und berühmt wird. Wenn ich ihnen dann erzähle, dass mein Vater Schlosser und Schweißer war und ich selbst zur Bundeswehr gegangen bin und Schwimmmeister gelernt habe, bekommen sie große und leuchtende Augen. Es ist ganz wichtig, mit jungen Leuten zu sprechen und sich für sie zu interessieren. Mit der Initiative "Motivation Handwerk" wollen Hans Schäfer Workwear und ich genau das auch erreichen und junge Menschen für das Handwerk und seine Möglichkeiten begeistern.

Für welchen handwerklichen Beruf würden Sie sich entscheiden, wenn Sie die Wahl hätten?

Ich würde wahrscheinlich Zimmerer oder Tischler werden. Mit Holz arbeiten und zum Beispiel einen eigenen Tisch herstellen, das könnte mich reizen. Im Rahmen der ARD Doku Serie "Motorsägen-Masters" durfte ich ein wenig hineinschnuppern – superspannend.

Informationen und Bewerbung unter www.hans-schaefer.com/motivation-handwerk