Die Branche zeigt sich trotz der Wohnungsbaukrise robust, im Bestand wird weiter gebaut. Auch die Beschäftigten- und Betriebszahlen entwickeln sich positiv, ebenso der Frauenanteil im Zimmererhandwerk.

Im Zimmerer- und Holzbaugewerbe gibt es immer mehr größere Betriebe. Im Jahr 2022 war jeder vierte Beschäftigte in einem Betrieb mit 20 oder mehr Arbeitnehmern angestellt. Generell befindet sich die Branche im Wachstum. Im Jahr 2022 arbeiteten knapp 75.000 Beschäftigte in den 12.157 Betrieben – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Dies berichtet Holzbau Deutschland in einem aktuellen Lagebericht.
Demnach ist auch der Umsatz der Betriebe in 2021 um 1,3 Prozent (9.143 Millionen Euro) gestiegen. Für das Jahr 2022 rechnet der Verband mit einem Plus von zwölf Prozent auf 10.240 Millionen Euro. "Dieser enorme prozentuale Anstieg lässt sich am ehesten aufgrund des Umsatz-Plateaus im Jahr 2021 erklären", schreibt Holzbau Deutschland dazu im Lagebericht. Der größte Umsatzanteil entfiel mit 73 Prozent auf private Auftraggeber. Dahinter folgten gewerbliche (16 Prozent) und öffentliche Aufträge (elf Prozent).
Positive Umsatzentwicklung erwartet
Die rückläufige Zahl der Baugenehmigungen lässt auch das Zimmerer- und Holzbaugewerbe verhalten in die Zukunft blicken. Aufgrund des hohen Auftragsüberhangs beim Bauen im Bestand rechnet Holzbau Deutschland jedoch auch für das Jahr 2023 mit einer positiven Umsatzentwicklung von vier Prozent.
Als größtes Wachstumshemmnis nennen die Unternehmer derzeit langwierige und bürokratische Genehmigungsverfahren. Dies ist das Ergebnis einer Konjunkturumfrage, die der Verband zum Jahreswechsel 2022/2023 unter 400 Unternehmern durchgeführt hat. Als weitere Hemmnisse nannten sie die unzureichende Planung der Auftraggeber, den Fachkräftemangel, die schwierige Materialverfügbarkeit und die schlechte Witterung.
Neubau von Wohngebäuden: Holzbauquote stagniert bei 21,2 Prozent
Die bundesweite durchschnittliche Holzbauquote im Wohnbau lag im Jahr 2022 nahezu unverändert bei 21,2 Prozent. Erfasst wurden alle Baugenehmigungen für Gebäude, bei denen überwiegend der Baustoff Holz verwendet wird. Bei den Nichtwohngebäuden sank die Holzbauquote auf 21,3 Prozent – dazu zählen Büro-, Verwaltungs- und Geschäftsgebäude, Hotels, landwirtschaftliche Betriebsgebäude, Fabrikgebäude, Schulen, Kitas und Sportstätten.
Die höchsten Holzbauquoten bei Wohngebäuden weisen die Bundesländer Baden-Württemberg (32,4 Prozent), Thüringen (27 Prozent) und Bayern (26,3 Prozent) auf. Bei den Nichtwohngebäuden liegen Bayern (27,7 Prozent), Baden-Württemberg (27,6 Prozent) und Schleswig-Holstein (22,6 Prozent) an der Spitze.
8.765 Lehrlinge – Frauenquote steigt
Die Ausbildungsquote im Zimmerer- und Holzbaugewerbe ist mit 13,5 Prozent mehr als doppelt so hoch wie in der Gesamtwirtschaft. Im Jahr 2022 befanden sich 8.765 Lehrlinge in der Ausbildung zum Zimmerer. Dabei ist der Frauenanteil in den letzten fünf Jahren kontinuierlich gestiegen. Im vergangenen Jahr waren 4,5 Prozent der Auszubildenden weiblich. Ein Grund dafür ist laut Verband, dass immer mehr Arbeiten im Holzbau maschinell unterstützt werden. Beispielsweise bei der Vorfertigung von Bauteilen in der Halle und deren Montage auf der Baustelle. Das erleichtere die Arbeit, mache sie witterungsunabhängiger, erhöhe die Sicherheit auf der Baustelle und mache so das Handwerk so auch für Frauen attraktiver. tb