Die stark gestiegenen Kosten für den Lebensunterhalt spüren viele Bürger im Geldbeutel. Laut aktuellen Studien sparen sie deshalb zuerst bei den Lebensmitteleinkäufen und bevorzugen Billigprodukte. Ein besorgniserregender Trend.
Es ist nachvollziehbar, dass die deutlichen Preissteigerungen von Waren und Dienstleistungen vielen Verbrauchern keine andere Wahl lassen, als den Gürtel enger zu schnallen und Sparmaßnahmen zu ergreifen.
Doch man darf sich fragen, ob die Prioritäten wirklich richtig gesetzt sind. Wenn mehr als 60 Prozent der Bürger zuerst bei den Lebensmitteln sparen, wie aktuelle Studien belegen, verstärkt sich ein Trend, der schon vor den aktuellen Krisen besorgniserregend war.
Die Wertschätzung von hochwertigen Lebensmitteln ist in Deutschland viel zu wenig ausgeprägt. Unsere Nachbarn in Frankreich, Italien oder der Schweiz verwenden einen höheren Anteil ihres Einkommens für gute Lebensmittel.
Und das hat seine Gründe: Hochwertige Produkte schmecken nicht nur besser, sondern sie enthalten häufig auch bessere Inhaltsstoffe, sind verträglicher verarbeitet und leisten einen wichtigen Beitrag für unser Wohlbefinden und die Gesundheit.
Natürlich braucht es Verständnis für jene, die so knapp bei Kasse sind, dass der Weg nicht am Discounter vorbeiführt. Aber es gibt auch viele Verbraucher, so zeigen die Studien, die es sich noch leisten könnten beim Handwerksbäcker oder -metzger einzukaufen.
Ihnen ist es jedoch nicht selten wichtiger, auch in der Krise weiter mit einem oder mehreren Autos unterwegs zu sein, regelmäßig in den Urlaub zu fliegen oder neue Kleidung zu kaufen.
Diese Prioritäten scheinen falsch gesetzt und es wäre wünschenswert, dass mehr Verbraucher ihr eigenes Konsumverhalten kritisch hinterfragen und vielleicht zu dem Entschluss kommen, ihre Ausgaben anders zu gewichten.
Natürlich ist es dann auch die Aufgabe des Handwerks, mit ihren Kernkompetenzen zu überzeugen: Der Dreiklang aus Qualität, Regionalität und Individualität sind die großen Stärken, mit denen Bäcker, Metzger, Konditoren, Brauer, Speiseeishersteller und Müller punkten können.
