Exzellenzinitiative stärkt Ausbildung Neuer Schub für die berufliche Bildung

Mehr individuelle Förderung und eine verbesserte Berufsorientierung, insbesondere an den Gymnasien: Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger stellt ihre Exzellenzinitiative für die berufliche Bildung vor. Sie greift damit wichtige Forderungen des Handwerks auf.

Will mehr junge Menschen für eine Berufsausbildung gewinnen: Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP), hier bei einem Pressetermin im Juni. - © picture alliance/dpa | Carsten Koall

Angesichts des massiven Fachkräftemangels will Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger der beruflichen Bildung einen neuen Schub geben. "Wir brauchen wieder mehr junge Menschen, mehr fleißige Hände, mehr kluge Köpfe, die auch den Weg in die berufliche Bildung gehen wollen", sagte die FDP-Politikerin bei der Vorstellung der "Exzellenzinitiative Berufliche Bildung". Ziel der Initiative sei es, die Attraktivität der beruflichen Bildung zu erhöhen. Dabei sollten die Chancen Einzelner besser gefördert und die berufliche Bildung innovativer und internationaler aufgestellt werden.

Aufstiegs-Bafög soll ausgebaut werden

Wie es dazu aus dem Ministerium weiter heißt, sollen unter dem Dach der Exzellenzinitiative bestehende Aktivitäten weiterentwickelt und neue gebündelt werden. "Hierzu nehmen wir bis 2026 insgesamt rund 750 Millionen Euro in die Hand." Im Einzelnen sollen individuelle Chancen verbessert werden, indem etwa Aufstiegs- und Weiterbildungsstipendien ausgebaut werden. Auch soll die Berufsorientierung gestärkt werden. "Sie muss vor allen Dingen auch in den Gymnasien ankommen", sagte die Ministerin.

Infrastruktur der beruflichen Bildung soll moderner werden

Gestärkt werden soll die berufliche Bildung zweitens über innovativere Berufsbildungsangebote und eine modernere Berufsbildungsinfrastruktur. "Wir unterstützen zudem die bessere Förderung von exzellentem Ausbildungs- und Prüfungspersonal, erleichtern die digitale Kommunikation und bauen Digitalisierungshemmnisse in der beruflichen Bildung ab", heißt es dazu im Ministerium. Darüber hinaus will Stark-Watzinger die internationale Mobilität von Auszubildenden erhöhen. Auch in der beruflichen Bildung solle künftig eine "internationale Perspektive" selbstverständlicher werden.

Handwerk begrüßt Ansatz

Das Handwerk begrüßt die vorgestellten Eckwerte der Initiative. Wichtige Forderungen des Handwerks seien darin aufgegriffen worden. "Entscheidend ist jetzt, dass dies nun auch rasch umgesetzt wird", sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer. Das Handwerk brauche eine  angemessene Exzellenzförderung hochwertiger Qualifikationsangebote und -strukturen in der beruflichen Bildung, fügte er hinzu. Eine wichtige Rolle dabei spielten die Bildungszentren und überbetrieblichen Bildungsstätten des Handwerks. Sie gelte es zu stärken. Dort würden schließlich die künftigen Fach- und Führungskräfte zur Umsetzung der ehrgeizigen klimapolitischen Ziele der Bundesregierung qualifiziert.