Entlastungen für Unternehmen Bäckerverband: "Hilfspaket hilft nicht dem Handwerk"

Handwerksbäckereien sind massiv von den gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen betroffen. Das Hilfspaket der Bundesregierung unterstützt sie laut Bäckerverband jedoch nicht. Es seien andere, die davon profitieren würden.

Bäcker schiebt Brote in den Ofen.
Backöfen, Kälteanlagen und Auslieferungsfahrzeuge machen Bäckereien zu energieintensiven Betrieben. - © Zentralverband des Bäckerhandwerks

Vergangene Woche hat die Bundesregierung ein Hilfspaket auf den Weg gebracht, das Unternehmen dabei unterstützen soll, die Folgen des Ukraine-Krieges abzufedern. Der Zentralverband des Bäckerhandwerks bewertet dies als ungenügend. Insbesondere eine Maßnahme zieht Kritik auf sich: Der Zuschuss "zur temporären Kostendämpfung des Erdgas- und Strompreisanstiegs für besonders betroffene Unternehmen".

Die Voraussetzungen für diesen seien so eng formuliert, dass sie praktisch ausschließlich von Industrieunternehmen erfüllt werden könnten. Die von den hohen Energiepreisen ebenfalls stark belasteten Handwerksbäckereien blieben außen vor, heißt es in einer Pressemitteilung.

Nachbesserung gefordert

In einem Schreiben an Bundeskanzler Olaf Scholz, Wirtschaftsminister Robert Habeck, Finanzminister Christian Lindner und Ernährungsminister Cem Özdemir hat der Verband nach eigenen Angaben nochmals aufgefordert, den geplanten Zuschuss zu den Gas- und Stromkosten auch den Betrieben des Bäckerhandwerks verfügbar zu machen.

Zentralverbandspräsident Michael Wippler erklärte dazu: "Wir begrüßen das Hilfspaket für die Wirtschaft grundsätzlich, haben die Bundesregierung aber dringend darum gebeten, den vorgesehenen Zuschuss zu den Gas- und Stromkosten so auszugestalten, dass er auch Handwerksbäckereien offensteht."

Bäckereien sind systemrelevant

Bundeswirtschaftsminister Habeck habe versprochen, systemrelevante Unternehmen vor dem Fallen abzusichern. "Dieser Gefahr stehen Handwerksbäckereien, die einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherung der Nahversorgung der Bevölkerung mit Brot und Backwaren leisten, aber derzeit gegenüber", kritisiert Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider. Ohne wirksame Hilfen müsse man "bald wirklich vom Zehn-Euro-Brot" sprechen.

In einem Beschluss der Bundesregierung vom 7. April wurde der Ernährungs- und Landwirtschaft eine strategische Bedeutung beigemessen. Auch laut den Leitlinien des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft seien die Bäckereien systemrelevante Unternehmen. aul