Finanzen Ifo-Institut rät von Vermögensteuer ab

SPD, Linke und Grüne wollen Corona-Kosten auch mit einer Vermögensteuer finanzieren. Ifo-Präsident Fuest warnt davor.

Geldstücke fallen auf einen Tisch
Ifo-Präsident Clemens Fuest hält nichts von einer Wiedererhebung der Vermögensteuer. Auch CDU, FDP und AfD lehnen dies ab. - © beeboys - stock.adobe.com

Die Corona-Krise hat hohe Kosten verursacht. Gleichwohl rät Ifo-Präsident Clemens Fuest von einer Wiedererhebung der Vermögensteuer ab. "Eine Vermögensteuer wirkt krisenverstärkend und nimmt keine Rücksicht auf die Liquiditätslage der Unternehmen. Die Steuer mindert Anreize zu Investitionen und Kapitalbildung", fasst Fuest die Ergebnisse einer für die Stiftung Familienunternehmen durchgeführten Untersuchung zu den möglichen Konsequenzen einer Wiedererhebung der Steuer zusammen. Das Bruttoinlandsprodukt "wäre nach acht Jahren mit Vermögensteuer um bis zu 6,2 Prozent niedriger als ohne Vermögensteuer", warnt er. 

Starke Schultern sollen mehr tragen

SPD, Linke und Grüne werben in ihren Wahlprogrammen und bei Wahlkampfauftritten für eine Vermögensteuer. "Wer sehr viel Vermögen hat, muss einen größeren Beitrag zur Finanzierung unseres Gemeinwesens leisten", heißt es bei der SPD. Geplant sei ein Steuersatz von einem Prozent auf sehr hohe Vermögen. Auch die Grünen planen eine Vermögensteuer für Menschen mit einem Vermögen von mehr als zwei Millionen Euro, wobei beide auch Freibeträge für Betriebsvermögen ins Spiel bringen. Die Linke fordert ebenfalls eine Wiedererhebung der Vermögensteuer. Dabei will sie durch Freibeträge von einer Million Euro für private und von fünf Millionen Euro für Betriebsvermögen nur die vermögendsten zwei Prozent der Bevölkerung belasten.

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Fuest: Ertragsteuern sorgen schon für Ausgleich

Fuest weist in der Studie dagegen darauf hin, dass die Umverteilung zwischen Gewinnern und Verlierern der Corona-Krise schon über die Ertragssteuern organisiert werde. Sprich, wer von der Pandemie wenig betroffen war und Gewinn erwirtschaftet hat, zahlt entsprechende Ertragssteuern. Eine Vermögensteuer kann dagegen auch ein Unternehmen treffen, das in der Krise keine Gewinne erwirtschaftet hat. Auch CDU, FDP und AfD halten nichts von einer Vermögensteuer. Sie würde den Unternehmen nur Liquidität entziehen, heißt es bei der FDP.

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