Kaum ein soziales Netzwerk wächst so schnell wie Instagram. Betriebe können über die App ihr Handwerk in kreativen Fotos verewigen und neue Kunden einfangen. Tipps für Einsteiger.
Steffen Guthardt
Facebook ist bei vielen Betrieben der Kanal der Wahl in den sozialen Medien. Doch dem Platzhirsch fällt es schwer, junge Nutzer für sich zu begeistern. Dagegen wird das Foto-Netzwerk Instagram immer populärer. Ende 2014 wurde die Marke von 300 Millionen Nutzern geknackt und Twitter überholt. Rund 70 Millionen Inhalte werden täglich veröffentlicht. Schon für 2016 prognostizieren Analysten eine Nutzerzahl von einer halben Milliarde Menschen .
Doch warum ist das Netzwerk so erfolgreich? Vor allem, weil viele die Kommunikation über Bilder eingänglicher empfinden als über Texte. Zudem ist Instagram als reine App-Anwendung konzipiert. Da sich Marketing immer mehr auf mobile Endgeräte verlagert, liegt das Fotonetzwerk voll im Trend.
Kampagne entwickeln
Auch für Handwerksunternehmer kann sich hier eine Marketing-Kampagne lohnen: Kreative und einzigartige Produkte – wie sie es zahlreich im Handwerk gibt – lassen sich besonders gut über Bilder vermarkten.
Bevor sich Unternehmen in Instagram präsentieren können, wird die Instagram-App benötigt. Die App steht im Google-Play-Store und bei iTunes von Apple kostenlos zum Download zur Verfügung.
Nach der Installation der App sollten nicht vorschnell ein paar Fotos aus dem Archiv veröffentlicht werden, nur um irgendwie präsent zu sein. Schlechte Aufnahmen werfen auch ein schlechtes Licht auf die Firma. Wichtig ist deshalb, sich eine Strategie zu überlegen, wie der Betrieb gegenüber den Nutzern auftreten will, was die Botschaft, das Thema bei Instagram sein soll.
Dabei stellt sich die Frage, ob Produkte, Dienstleistungen oder der Betrieb an sich und sein Team im Mittelpunkt der Kampagne stehen.
"Storytelling" ist das Stichwort: Der Betrieb muss eine glaubhafte Geschichte erzählen , die über Bilder transportiert wird. Dass können zum Beispiel lebensnahe Einblicke in die Werkstatt sein, die durch das Auftreten der Mitarbeiter personalisiert werden. Oder ein Firmen-Event, das fotografisch in Szene gesetzt wird.
Schnappschuss oder Profifoto
Neben der inhaltlichen Ausrichtung der Kampagne kommt es auch auf die Bildästhetik an. Ob dezent und schick oder bunt und schrill, ob durchgeplante Profifotografie oder spontane Momentaufnahme – je nach Betrieb bietet sich eine andere Herangehensweise an.
Eindrucksvolle Bilder und Videos zu präsentieren, ist natürlich einfacher, wenn die Firma in einem ästhetisch-kreativen Handwerk – wie etwas Kunstschmied, Konditor, Schreiner oder Friseur – tätig ist. Hier müssen die guten Motive nur in eine thematische Struktur gebracht werden.
Schwieriger wird es, wenn die Arbeit weniger auf die Optik ausgerichtet ist. Als Fleischer, Elektroinstallateur oder Gebäudereiniger ist es anspruchsvoller, eine Kampagne umzusetzen. Umso mehr ist es wichtig, sich im Team vorab zu besprechen und eine Strategie zu entwickeln.
Im nächsten Schritt sollte festgelegt werden, wer im Betrieb Bilder veröffentlichen und auf Instagram Kommentare der Nutzer beantworten darf.
Die Festlegung einer bestimmten Person kann Vorteile bieten. Sie hat die gesamte Kampagne im Blick und weiß, was bereits veröffentlicht wurde. Betreuen mehrere Mitarbeiter die Seite, besteht die Gefahr, dass Absprachen fehlschlagen und eine klare Linie im Auftritt verloren geht.
Zudem sollte entschieden werden, wie oft bei Instagram neue Videos und Bilder veröffentlicht werden. Eine gewisse Regelmäßigkeit ist wichtig, jedoch sollte dies nicht in blanken Aktionismus ausarten. Wenn es gerade nichts Interessantes zu sagen gibt, sollte lieber auf einen besseren Zeitpunkt gewartet werden.
Nicht an Ausstattung sparen
Die Instagram-Verantwortlichen benötigen ein Smartphone oder/und Tablet-PC, damit sie den App-basierten Dienst überhaupt nutzen können. Bei privaten Geräten besteht ein unnötiges Sicherheitsrisiko. Möglicherweise ist das Endgerät des Mitarbeiters nicht ausreichend vor Schadprogrammen geschützt. So kann es im schlimmsten Fall passieren, dass Unbefugte Zugriff auf den Instagram-Account erhalten.
Wenn es wirtschaftlich möglich ist, sollte das Smartphone mit einer guten Kamera ausgestattet sein, damit die Aufnahmen auch eine gewisse Qualität erreichen. Mittelklasse-Smartphones gibt es bereits für unter 200 Euro.
Für höhere Ansprüche kann es sich lohnen, eine vollwertige Kamera einzusetzen. Idealerweise kann dem Mitarbeiter auch die Teilnahme an einem Fotoseminar ermöglicht werden. Letztendlich zahlt sich dies alles auf die Qualität der Marketingkampagne auf Instagram ein. Vorsichtig sein sollten Betriebe beim Veröffentlichen von fremden Fotos. Vorab müssen die Urheberrechte genau geklärt sein, sonst droht eine anwaltliche Abmahnung.
Vernetzen und kommentieren
Wie bei allen sozialen Netzwerken gilt auch bei Instagram: Die Kampagne braucht Zeit. Bis die Marketing-Idee sichtbar wird und sich der Nutzerkreis vergrößert, können Wochen und Monate vergehen.
Hilfreich ist, wenn Instagram von Anfang an mit anderen Aktivitäten im Social-Media-Bereich verknüpft wird. Ob Facebook oder Twitter, Verlinkungen sind das beste Mittel, um bekannter zu werden. Vor allem dann, wenn in anderen Netzwerken schon eine Fan-Basis vorhanden ist.
Ein weiteres Mittel für mehr Bekanntheit ist die Nutzung von Hashtags. Damit lassen sich thematische Verknüpfungen der Bilder mit den veröffentlichten Bildern anderer Nutzer herstellen.
Nicht vernachlässigt werden sollte die Kommentarfunktion. Der Dialog gibt den Nutzern das Gefühl, wichtig zu sein. Dazu gehört auch der sachliche Umgang mit Kritik.