Mütterrente, Rente mit 63 und Erwerbsminderungsrente – die jüngste Rentenreform bringt langfristig Mehrausgaben von 160 Milliarden Euro mit sich. Teuer wird es allerdings nicht nur für die nachfolgenden Generationen. Eine Studie zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen die Folgen des Rentenpakets falsch einschätzt.

Die Rentenreform trat im Juli dieses Jahres in Kraft und noch immer erntet sie viel Kritik. Sie sei eines der bislang teuersten Vorhaben der Wahlperiode, wertet der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI). Er hat eine Umfrage unter über 1.000 Deutschen in Auftrag gegeben, die untersuchen sollte, wie die Folgen der Reform eingeschätzt werden.
Auf insgesamt 160 Milliarden Euro summieren sich die Mehrausgaben durch Mütterrente , Rente mit 63 und Erwerbsminderungsrente bis zum Jahr 2030. Eine solche Zusatzbelastung kann laut BVI selbst bei steigenden Steuereinnahmen lediglich über höhere Rentenbeiträge und sinkende Renten im Alter ausgeglichen werden.
"Das Rentenpaket trifft mittelfristig alle"
Sind die Deutschen normalerweise nicht als Optimisten bekannt, gehen die meisten an das Thema Rente jedoch anders heran. Die erwarteten Mehrbelastungen werden von vielen gedanklich auf die nächste Generation geschoben. Rund 60 Prozent der Befragten glaubt, dass die Kosten des Rentenpakets die Jüngeren tragen müssen. 63 Prozent rechnen sogar damit, dass die Reform entweder keine Folgen für ihre spätere Rente hat oder dass diese steigt.
"Das Rentenpaket trifft mittelfristig jedoch alle. In unserem heutigen umlagefinanzierten Rentensystem schmälern nun mal die Mehrausgaben die Renten von morgen", sagt Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI zu den Ergebnissen der Studie. Der BVI fordert daher eine stärkere staatliche Unterstützung der Bürger beim Aufbau von privatem Altersvermögen.
Bisher wird dieses Thema vernachlässigt. Da nur wenige durch das Rentenpaket persönlich Folgen erwarten, hält es auch nur eine Minderheit für erforderlich, ihre private Altersvorsorge wegen des Rentenpakets anzupassen. Lediglich 16 Prozent der Befragten wollen zusätzlich Geld zurücklegen .
Rentenlücke von 250 Euro pro Monat
Trotz der optimistischen Einschätzung in Bezug auf das jüngste Rentenpaket, vertrauen viele Deutsche der staatlichen Rente nicht mehr. Dass diese im Alter nicht ausreichen wird, davon zeigten sich immerhin 53 Prozent der Befragten überzeugt. Knapp 70 Prozent davon schätzten ihre Rentenlücke auf mindestens 250 Euro pro Monat.
Als Absicherung gegen die Altersarmut setzen 77 Prozent deshalb auf eigene Ersparnisse, rund ein Drittel auf die Unterstützung von Familienangehörigen und genauso viele auf Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung. 13 Prozent hoffen auf eine Erbschaft. dhz
So hoch wird Ihre Rente
Das Rentenpaket kommt: Handwerksunternehmer sollten sich frühzeitig mit ihrer Absicherung auseinandersetzen. Ein Rechner des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft zeigt, wie es um die Altersvorsorge steht. Den Rechner finden Sie hier. >>>