Jeder möchte gern mit positiven Berichten in der Zeitung stehen. Dennoch wird Pressearbeit in den meisten Betrieben und mittelständischen Firmen vernachlässigt. Was Sie tun können, um mit Ihrem Betrieb in die Presse zu kommen.

Pressearbeit wird in mittelständischen Firmen oft stiefmütterlich betrieben. Ob der kleine Betrieb oder der größere Mittelständler - viele Chefs glauben, dies sei vertane Zeit oder hinausgeworfenes Geld. Doch andererseits sind manche Firmen einfach erfolgreicher als andere, haben bessere Mitarbeiter und lukrativere Aufträge. Das mag viele Gründe haben; aber einer könnte auch das positive Image in der Öffentlichkeit sein.
Der Buchautor und langjährige Journalist Rolf Dieterich erklärt in seinem neuen Buch "Vertrauenssache" zunächst ganz grundlegend: "Aufgabe der Pressearbeit ist es, Unternehmensinformationen über die Presse und andere Medien in die Öffentlichkeit zu transportieren."
Natürlich will ein Unternehmer keine Betriebsgeheimnisse oder Gewinnzahlen in der Zeitung lesen. Aber er ist mit seinem Betrieb automatisch auch Teil der Gesellschaft, wie Dieterich schreibt: "Jedes Unternehmen braucht die Gesellschaft, und die Gesellschaft braucht jedes Unternehmen. Dieser Zusammenhang begründet das Recht und die Pflicht für die Unternehmen, sich an der gesellschaftlichen Kommunikation zu beteiligen."
Vorteile einer guten Pressearbeit:
- Pressearbeit macht das Unternehmen über die Medien bekannt und trägt so zu einem positiven Image bei. Das zahlt sich aus, wenn Arbeitskräfte und Auszubildende gewonnen werden sollen.
- Die interessante Darstellung des Unternehmens kann Absatz und Umsatz steigern. Kunden lernen das Unternehmen und ihre Marken kennen. Sowohl für Endverbraucher als auch Business-to-Business-Bereich.
- Eine positive Berichterstattung über Deutschlands Mittelständler fördert allgemein die Akzeptanz der Sozialen Marktwirtschaft, was letztlich einem Unternehmer selbst zugute kommt.
Dieterich hat neben den Thesen, was die Vorteile sind, auch klare Handlungsanweisungen für Unternehmer erarbeitet.
Das brauchen Sie für gute Pressearbeit:
- Pressearbeit ist Chefsache. Sie sind am besten über alle Vorgänge informiert, haben die Kompetenz und die Autorität.
- Bestimmen Sie jemanden im Büro für die Pressearbeit, stellen Sie jemanden dafür ab oder sogar ein. Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter sollte geschult werden oder vom Fach sein. PR hat ihre Tücken.
- Erstellen Sie ein Konzept, was Sie in einem Jahr alles pressetechnisch machen möchten. Die Bilanzpressekonferenz, den "Tag der offenen Tür", das Sponsoring für einen Verein oder den Kindergarten, eine große Messe, die Vorstellung eines neuen Produkts, die Pressereise zu einem Standort.
- Erwägen Sie bei größeren Vorhaben, eine externe Agentur einzuschalten. Oft können nur sie größere Projekte bewältigen, weil sie die Manpower im Betrieb nicht haben.
Dieterich fasst das Handwerkliche der Pressearbeit in einem eigenen Kapitel zusammen. Das hat mit Stilfragen und der richtigen Durchführung eines Interviews zu tun.
Und auf noch etwas weist der Autor hin: Journalisten rufen auch an, wenn ihnen etwas Unerfreuliches aus dem Unternehmen zu Ohren gekommen ist. Auch dann heißt es, Rede und Antwort zu stehen - und das Problem so aus der Welt zu schaffen.
Aus: Dieterich, Rolf: Vertrauenssache. Ein Leitfaden für die Pressearbeit in Familienunternehmen, Biberacher Verlagsdruckerei 2012. bur