Marketing aktuell Gründer: Auf die Werbung kommt es an

Die anfängliche Euphorie sein eigener Chef zu sein, ist schnell verflogen, wenn die Kunden ausbleiben und das Geschäft nicht läuft. Deshalb sollten Existenzgründer von Anfang an in Online- und Social-Media-Marketing investieren.

Damit der Betrieb nach der Existenzgründung schnell bekannt wird, sollten Sie sich frühzeitig um die richtige Werbung kümmern. - © Foto: Spectral Design/Fotolia

Für Existenzgründer ist es am Anfang ihrer Unternehmertätigkeit von existen­tieller Wichtigkeit, Kunden für ihr Pro­dukt beziehungsweise ihre Dienstleistung zu finden. Doch das Gewinnen von Neukunden und der Aufbau eines Kundenstamms sind sehr aufwändig. Hinzu kommt, dass für ein professionelles Marketing mit konsequenter Kundenansprache oft nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Der Vertrieb über das Internet kann den hohen Aufwand an Zeit und Kosten, die für einen tra­ditionellen Vertrieb anfallen, deutlich reduzieren.

Online werben und Geld sparen

Ein effizienter und professioneller Einsatz von Online-Marketing ist daher eine wesentliche Voraussetzung für eine gut funktionierende Kundenak­quirierung und –bindung sowie die Erschließung von Wettbewerbsvorteilen. Vor allem das Social Media-Marketing ist ein beliebter neuer Marketing-Kanal, da soziale Medien immer verbreiteter werden und den Unternehmen die Chance der direkten Kommunikation mit den Usern bieten.

Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) betreiben ihr Marketing wegen mangelnder Strukturen und Ressourcen häufig nach dem Prinzip "learning-by-doing". - © Michail Petrov - stock.adobe.com
Marketing aktuell

Die richtige Zielstellung

Vor dem Start einer Marketingmaß­nahme ist es sehr wichtig, die eigenen Zielstellungen klar zu definieren, damit die Maßnahmen auch zielgerichtet durchgeführt werden und nicht als Ak­tionismus verpuffen. Ihr Unternehmen ist neu am Markt und bietet seine Dienstleitung hauptsächlich regional an? Dann können daraus folgende Marketingziele abgeleitet:

  1. Das Unternehmen soll in der Region bekannt werden und es sollen neue Kunden gewonnen werden.
  2. Die dadurch steigende Zahl an Kun­den und Aufträgen soll zu einer Umsatzsteigerung führen.
  3. Der finanzielle Aufwand für die Marketingmaßnahmen soll möglichst gering sein.
  4. Die Marketingmaßnahmen sollten selbständig durch- und weiterge­führt werden können.
  5. Eine gezielte Erfolgskontrolle zur Überprüfung der durchgeführten Maßnahmen soll möglich sein.
Seite 2: Wie Sie mit dem Marketing richtig starten. >>>

1. Zielgruppenanalyse

Grundlage erfolgreicher Marketing-Maßnahmen ist die Identifizierung der relevanten Zielgruppe. Dies mini­miert die Streuverluste der getroffe­nen Maßnahmen und ermöglicht eine kundenorientierte Kommunikation.

2. Webseiten-Optimierung

Eine qualitativ und inhaltlich hochwerti­ge und auf die Zielgruppe abgestimmte Webseite ist ein wichtiger Faktor, um ein Unternehmen optimal zu repräsen­tieren. Sie dient als Aushängeschild des Unternehmens, ist eine wichtige Informationsquelle für Interessenten und Kunden und ermöglicht diesen eine unkomplizierte unverbindliche Kontakt­aufnahme.

3. Suchmaschinenoptimie­rung

Um das Auffinden der Website zu erleichtern, sollte eine Such­maschinenoptimierung durchgeführt werden, d.h. der Inhalt der Webpräsenz wird optimiert, um ein besseres Ranking in Suchmaschinen zu erreichen. Der Fokus sollte dabei speziell auf der Suchmaschi­ne von Google liegen, da diese den größten Marktanteil in Deutschland einnimmt.

Wichtige Aspekte einer Suchmaschinenoptimierung sind:

  • Sprechende URLs, d.h. die Verwen­dung von Suchbegriffen in der URL
  • Aussagekräftige Überschriften
  • Abwechslungsreiche und interessan­te Texte für den Leser
  • Verwendung von regionalen Inhalten (Angabe von Adress- und Kontaktda­ten, Hinterlegung der nächst größe­ren Stadt oder des Landkreises…)
  • "Verlinkungen" von anderen Seiten

4. Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke bieten die Mög­lichkeit, einen größeren potenziellen Kundenkreis anzusprechen und mit Interessenten und Kunden in direkten Dialog zu treten und sich mit diesen zu vernetzen. Doch Erfolg haben Social Media-Strategien nur, wenn sie dem (potentiellen) Kunden einen Mehrwert bieten. Daher ist es auch hier wichtig, vorab konkrete Marketingmaßnahmen festzulegen.

Facebook
Das Netzwerk mit der höchsten Reichweite ist Facebook. Ein Unternehmensprofil auf dieser Webseite sollte eine Basis der Social-Media-Kampagne bilden.

Google+
Google+ ist zwar noch nicht so lange auf dem Markt wie Facebook, erfreut sich aber einer wachsenden Beliebtheit.

Twitter
Die Hauptfunktion von Twitter ist der Austausch von klaren, unkomplizier­ten und kurzen Nachrichten.

XING
Das Netzwerk XING bezieht sich hauptsächlich auf Unternehmen und Freiberufler und bietet das Bilden und Beitreten von Gruppen und Foren für den Austausch mit Kollegen und der Suche nach Geschäftspartnern an.

Bewertungsportale
Bewertungsportale bieten für den Verbraucher zwei Möglichkeiten an und zwar zum einen selbst Bewertungen abzugeben und zum anderen mithilfe einer Suchfunktion Unternehmen, Orte, Dienstleistungen oder Produktean­zeigen zu lassen und sich darüber zu informieren, wie andere Nutzer diese bewertet haben. Gibt ein zufriedener Kunde eine Bewertung ab, so betreibt dieser eine kostenfreie Werbung für das Unternehmen.

Seite 3: Warum eine Erfolgskontrolle so wichtig ist.>>>

5. Erfolgskontrolle

Um zu analysieren, welche Maßnahmen erfolgreich bzw. nicht erfolgreich waren und welche Resonanz auf einzelne Ak­tivitäten erzielt werden konnte, werden regelmäßige Erfolgskontrollen durchge­führt:

  • Für die Analyse der Website werden die erfolgten Sei­tenabrufe, so genannte Pageviews, herangezogen. Tools wie Google Analytics analysieren die Daten.
  • Die Beurteilung der durchgeführten Suchmaschinen-Optimierung stützt sich auf wöchentlich durchgeführte Google-Ranking-Analysen verschie­dener Suchbegriffe.
  • Im Mittelpunkt der Social Media Analyse stehen je nach Medium Merkmale wie Anzahl von Freunden, Anzahl von Followern, "Gefällt mir"- Klicks, Retweets oder Abonnements.
  • Der Erfolg der Marketingmaßnah­men bei den gewählten Bewertungs­portalen wird anhand von abgege­benen Bewertungen untersucht.

Die Messung des Marketingerfolgs durch Zugriffzahlen erlauben eher quantitative Rückschlüsse. Dies sagt wenig aus über qualitative Merkmale, wie die Verbesserung des Images oder der Unternehmensbekanntheit. Diese Größen sind im Internet schwer mess­bar.

6. Kritische Erfolgsfaktoren

Ein kritischer Erfolgsfaktor beim Einsatz sozialer Netzwerke ist die Ausdauer: die aktuelle Pflege der Inhalte und die schnelle, professionelle Reaktion auf Nutzerkommentare kostet (täglich) Zeit.

Außerdem müssen die Marketingakti­onen in den Netzwerken gut überlegt sein, denn nicht die Werbung steht im Vordergrund sondern der Nutzen für den Kunden. Ansonsten schwindet das Interesse der Nutzer auch ganz schnell wieder.

Es besteht auch die Gefahr, dass sich unzufriedene Kunden über das Netz öffentlich austauschen. Hierauf muss angemessen reagiert werden, damit sich die Kritik nicht verselbständigt. sg/NEG