IHM 2013 "Steuern und Energiewende in den Griff bekommen"

Noch wenige Tage bis zum Start der Internationalen Handwerksmesse: Im Handwerk laufe es ordentlich, sagen Verbände und Kammern. Jedoch würde es noch besser laufen, stimmten die politischen Rahmenbedingungen.

Die Messe München erwartet zur IHM 2013 mehr als tausend Aussteller aus mehr als 60 Gewerken und einen großen Besucherandrang. - © Foto: GHM

Das deutsche Handwerk fordert im Vorfeld der Internationalen Handwerksmesse (IHM) von der Politik eine bessere Steuer- und Energiepolitik. "Das Handwerk ist ordentlich ins Jahr gestartet. Es könnte aber durchaus mehr drin sein, wenn nicht politische Entscheidungen die Entwicklungschancen unseres Wirtschaftsbereichs hemmen würden", sagte Bayerns Handwerkspräsident Heinrich Traublinger auf der IHM- Pressekonferenz in München.

"Junge Menschen früher erreichen"

Eröffnungspressekonferenz zur IHM 2013 (v.li.): ZDH-Generalsekretät Holger Schwannecke, Bayerns Handwerkspräsident Heinrich Traublinger sowie Dieter Dohr und Patrick Hof von der Münchener Gesellschaft für Handwerksmessen. - © Foto: GHM
IHM-Eröffnungspressekonferenz

Stichwort Steuern.  "Im Handwerk versteht niemand, wieso einige Parteien mit der Ankündigung von Steuererhöhungen Wahlkampf machen", sagte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Steuererhöhungen für den Mittelstand seien völlig kontraproduktiv. Schwanneckes Vorschlag: Die Politik solle sich für die Legislaturperiode zumindest auf ein Belastungsmoratorium verständigen.

Stichwort Energiewende. Traublinger warnte vor weiter steigenden Belastungen für Betriebe wie für Verbraucher. Mit Unverständnis reagiert das Handwerk auf das Scheitern einer steuerlichen Absetzbarkeit der energetischen Gebäudesanierung im Bundesrat. "So erreichen wir unsere Kyoto-Ziele nicht", sagte Traublinger.

Stichwort Nachwuchsmangel. Hier sind die Handwerksorganisationen gefordert. Im Handwerk sind im vergangenen Jahr 15.000 Lehrstellen unbesetzt geblieben. Die Imagekampagne und viele andere   Maßnahmen arbeiten gegen den Mangel an. "Wir müssen junge Menschen früher erreichen. Das beginnt schon im Kindergarten, mit Büchern oder Baukästen, um Kinder aufmerksam zu machen", so Schwannecke.

Zukunft kommt von Können

Die IHM findet in diesem Jahr vom 6. bis 12. März auf der Neuen Messe München statt. IHM-Chef Dieter Dohr erwartet mehr als tausend Aussteller aus mehr als 60 Gewerken. Das Motto: Zukunft kommt von Können.

Unter anderem präsentiert ein Bootsbauer ein einzigartiges Katamaran aus Carbonfasern. Ein Gondelbauer wird auf der Messe live eine Gondoliere bauen, die im April in Venedig zu Wasser gelassen wird. Ein Hutmacher ist vor Ort, der Unikate macht, die von Papst Benedikt XVI. oder Johnny Depp getragen werden. Das Orthopädietechnikhandwerk hat die Paralympics-Stars Markus Rehm und Heinrich Popow zu Gast. bur