Jeder Betrieb sucht nach der besten Marketingstrategie. Eine neue Studie zeigt, dass nicht unbedingt das Unternehmen mit dem größten Budget auch den besten Return on Investment haben muss. Erfolgreiches Marketing kann demnach auch günstig sein, wenn es menschlich und ehrlich rüber kommt und die Bedürfnisse der potenziellen Kunden gezielt anspricht.

Das Zukunftsinstitut hat sich mit der Frage beschäftigt, wie gutes Marketing eigentlich funktioniert und welche Erfolgsfaktoren es gibt. Gerade durch die Neuen Medien ist der individualisierte Kunde heute über unzählige Kanäle der digitalen Welt zu erreichen. Nie gab es mehr Möglichkeiten und Wege der Kundenansprache. Und nie waren Kunden besser informiert: Sie beherrschen die Regeln der Kommunikation mindestens so gut wie die Anbieter.
Die Studie "Good Marketing" kommt zu dem Ergebnis, dass erfolgreiche Marketingstrategien kaum ohne eine emotionale Ansprache auskommen. Kunden wollen direkt und ehrlich angesprochen werden und vom Betrieb als Gegenüber auf Augenhöhe betrachtet werden. Insbesondere durch das Internet und die Sozialen Netzwerke hat sich der Wunsch nach dialogorientiertem Marketing bei den Konsumenten verstärkt. "Für Unternehmen läutet dies einen Paradigmenwechsel ein", sagte Studienautorin Kirsten Brühl gegenüber „W&V“.
Bei vielen Aspekten erfolgreichen Marketings herrscht offenbar eine große Kluft zwischen den Vorstellungen der Betriebe und der potenziellen Kunden, wie das "Edelmann Trust Barometer 2012" zeigt. So finden es 67 Prozent der Befragten wichtig, dass Sie vom Unternehmen ernst genommen werden und Ihnen Intelligenz anstatt Naivität unterstellt wird. Jedoch haben nur 36 Prozent der Befragten den Eindruck, dass die Betriebe diesem Wunsch auch nachkommen und tatsächlich ein Gespür für die Bedürfnisse der Kunden haben. Nur wenig besser sieht das Verhältnis zwischen Wunsch und Wirklichkeit beim Thema Qualität (67 Prozent vs. 48 Prozent) aus. Viele Konsumenten haben demnach den Eindruck, dass ihnen mehr von einem Produkt versprochen wird als dieses im Gebrauch letztendlich halten kann.
Großen Wert legen die Befragten auch darauf, dass die Mitarbeiter eines Betriebes gut behandelt werden (64 Prozent), kompetent sind (62 Prozent) und Betriebsinhabern ihre Kunden wichtiger sind als die Profite. Doch bei keinem dieser Punkte können die Betriebe die hohen Erwartungen erfüllen. Nur circa jeder Vierte hat den Eindruck, dass die Betriebe hier zufriedenstellende Arbeit leisten.
Das Zukunftsinstitut gibt Betrieben deshalb acht Tipps, wie Sie die Zufriedenheit ihrer Kunden steigern können .
Vetrauensstrategien:
- Transparenzvertrauen
Einladung ins Innere: Das Unternehmen öffnet seine Türen. - Interaktionsvertrauen
Reale Kontaktflächen: Ob Flagship-Store oder Service-Point. Unternehmen bieten Marken zum Anfassen. - Gemeinschaftsvertrauen
Gastgeberfunktion: Unternehmen laden ein. Sie ermöglichen Kommunikation und Austausch. - Unterstützungsvertrauen
Resonanzräume: Unternehmen schaffen Vertrauen, indem sie die Alltagsbedürfnisse ihrer Kunden kennen und ihnen helfen, diese zu befriedigen. - Präsentationsvertrauen
Auftritt: Marken überlassen die Bühne ihren Kunden. - Beziehungsvertrauen
Beziehungskatalysator: Marken werden zu sozialen „Ermöglichern“. - Sinnstiftungsvertrauen
Gemeinsam gestalten: Marken bauen Beziehungskapital auf, um dann mit vereinter Kraft aktiv zu werden. Zusammen mit ihren Kunden leisten sie einen Beitrag, um die Welt zu verändern .
- Autoritätsvertrauen
Ausstrahlung: Das Unternehmen schafft Vertrauen über Autorität. Einzelne Personen, aber auch Traditionen werden sichtbar. sg