Umweltbundesamt warnt Klimaschutz in Gefahr: Das muss sich beim Autoverkehr ändern

Kein Steuerprivileg mehr für Diesel, eine Zulassungsquote für E-Autos und eine Maut für jeden gefahrenen Kilometer: Geht es beim Ausstoß an Treibhausgasen so weiter wie bisher, werden die deutschen Klimaziele deutlich verfehlt. Schuld daran ist vor allem der Autoverkehr. Das Umweltbundesamt hat nun eine Liste mit dringend nötigen Maßnahmen vorgelegt, die beim Umsteuern helfen sollen.

Der Autoverkehr in Deutschland ist ein bedeutender Faktor, der das Vorankommen beim Erreichen der Klimaziele verhindert. - © digitalstock/Fotolia.com

Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zum Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen sorgte unter anderem dafür, dass die deutsche Bundesumweltministerin, Barbara Hendricks, eine umfangreiche Erklärung dazu abgegeben hat, welche Folgen nun drohen. Deutschland hält an dem gemeinsamen Klimaabkommen fest und betont auch dessen Wichtigkeit. An den Klimazielen der Bundesregierung, die durch das Pariser Klimaschutzabkommen mitbestimmt sind, muss dennoch gearbeitet werden, denn Deutschland ist noch weit davon entfernt, diese zu erfüllen.

Mehr noch: Geht die Entwicklung so weiter wie bisher, werden die Ziele deutlich verfehlt. Der Grund liegt vor allem in den steigenden Emissionen durch den Autoverkehr. So fordern das Umweltbundesamt (UBA) nun in deutlichen Worten ein Umsteuern und neue verschärfte Vorgaben im Verkehrsbereich. Dargelegt hat das UBA dies und passende Maßnahmen dazu in einer Untersuchung mit dem Titel "Klimaschutz im Verkehr: Neuer Handlungsbedarf nach dem Pariser Klimaabkommen".

So sollen Autofahrer die Klimaziele unterstützen

Denn das UBA hält die vereinbarten Ziele des  Paris-Abkommens, das den Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur auf deutlich unter 2°C begrenzen will, für richtig. Der deutsche Klimaschutzplan und auch die europäischen Vorgaben für die Klima- und Energiepolitik würden den Handlungsdruck allerdings nicht wiederspiegeln, der sich dadurch ergibt. Die beschlossenen Maßnahmen würden nicht ausreichen. So hat sich die Bundesregierung bereits vor zehn Jahren das Ziel gesetzt, die Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu reduzieren. Erreicht wurden bislang gerade einmal 28 Prozent.

Das UBA schlägt deshalb folgende Maßnahmen für den Autoverkehr vor, da vor allem hier kein Vorankommen beim Einsparen der Abgase zu erkennen ist:

  • Die Elektromobilität muss stärker unterstützt werden. Das könne zum Beispiel durch verpflichtende Zulassungsquoten für E-Autos geschehen wie es sie in China gibt. Wie Spiegel Online berichtet, müssten Experten zufolge bis zum Jahr 2030 zwölf Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen fahren, damit die Klimaziele erreicht werden.
  • Um im Verkehrsbereich mehr Einsparungen an Treibhausgasen zu erzielen, sollte es zudem eine  fahrleistungsabhängige Maut für alle Straßenfahrzeuge geben. Für Benziner sollen so etwa 6,5 Cent pro Kilometer auf der Autobahn fällig werden. Eine Autofahrt von Berlin nach Köln würde Berechnungen von Spiegel Online zufolge dann rund 37 Euro kosten.
  • Abschaffen will das UBA dagegen umweltschädliche Subventionen wie das Steuer-Privileg für Dieselkraftstoff oder auch die Pendlerpauschale.
  • Zudem fordert es strenge rechtliche Vorgaben für mehr Effizienz bei Neufahrzeugen und den Ausbau einer nachhaltigen Verkehrsinfrastruktur wie ÖPNV und Radwege.

Das UBA-Gutachten können Sie hier nachlesen .>>> jtw