Flexibilisierung der Stromnachfrage Strompreis: Online-Rechner hilft Firmen bei Kalkulation

Der Strommarkt in Deutschland soll dank des "Demand Side Management" flexibler werden. Ein neuer Online-Rechner hilft Firmen bei der Kalkulation ihrer Erlöse, die sie durch das Einspeisen von überschüssigem Strom in das Netz erzielen.

Der Online-Rechner hilft Unternehmen herauszufinden, wie viel Erlös sie erzielen können, wenn sie ihren überschüssigen Strom in das Netz einspeisen. - © Foto: Jonas Glaubitz/Fotolia

Im Rahmen des Pilotprojekts "Demand Side Management" Baden-Württemberg hat die Deutsche Energie-Agentur (dena) einen neuen Online-Rechner vorgestellt. Er gibt Unternehmen eine grobe Einschätzung zur Höhe der Erlöse, die sie erzielen können, wenn sie flexible Stromlasten über das "Demand Side Management" als Regelleistung vermarkten.

Was ist Demand Side Management?

Demand Side Management (Deutsch: Laststeuerung) ist die Steuerung der Nachfrage nach netzgebundenen Dienstleistungen wie dem Energieverbrauch oder dem Wasserkonsum in Deutschland. Das Demand Side Management ermöglicht es den Unternehmen, Strom variabler und an die Erfordernisse des Stromsystems angepasst einzusetzen. Die damit erzielte Flexibilität können sie unter anderem als Regelleistung anbieten und in das Stromnetz einspeisen. Die Übertragungsnetzbetreiber nutzen diese Energie dann dazu, um Differenzen zwischen Stromerzeugung und -last im Netz auszugleichen.
Ausführliche Informationen zum Demand Side Management.

"In Deutschland werden die Potenziale zur Vermarktung verschiebbarer Lasten in Industrie und Gewerbe bisher nur sehr begrenzt genutzt", sagt die dena. Deshalb soll der neue Online-Rechner nun helfen die Potenziale besser zu nutzen.

Online-Rechner: So können Firmen ihre finanziellen Erlöse ermitteln

Und so funktioniert´s: Der Nutzer schätzt die Höhe der in seinem Unternehmen vorhandenen verschiebbaren Lasten ab und gibt sie in den Online-Rechner ein. Um diesen verschiebbaren Strom abschätzen zu können, sollte sich der zuständige Mitarbeiter an der Leistungsaufnahme der in der Firma lauf enden Prozesse orientieren und daran, wie stark diese Prozesse variieren.

I m Ergebnis bekommt der Nutzer dann die Erlöse angezeigt, die das Unternehmen in den letzten vier Quartalen für die Vermarktung seiner flexiblen Last erhalten hätte. Dadurch sind Rückschlüsse möglich, welchen finanziellen Vorteil der Betrieb in etwa durch das Einspeisen der Energie in das Stromnetz künftig erzielen könnte.

Ausbau erneuerbarer Energien bedarf eines flexiblen Stromnetzes

"Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere der wetterabhängigen Nutzung von Wind- und Sonnenenergie, steigt der Bedarf, das Stromsystem weitgeh end zu flexibilisieren", so die dena weiter. Über die Vermarktung ihrer flexiblen Lasten können Unternehmen also Erlöse erzielen und gleichzeitig zu einem sicheren und flexiblen Netzbetrieb in der Bundesrepublik beitragen.

Das Pilotprojekt Demand Side Management Baden-Württemberg wird von der dena mit Unterstützung des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg umgesetzt. Ziel ist es, den Einsatz von Demand Side Management in der Praxis zu erproben, Erfahrungen zu sammeln und mithilfe der gewonnen Erkenntnisse das Geschäftsfeld für Unternehmen weiterzuentwickeln. end