Die Bundesregierung hat den Klimaschutzbericht 2015 verabschiedet. Während die Große Koalition mit dem Erreichten zufrieden ist, warnen Experten, dass die Klimaziele möglicherweise nicht erreicht werden. Mit der Energieeffizienzstrategie-Gebäude will man nun die energetische Gebäudesanierung voranbringen. Ein Vorschlag, den das Handwerk begrüßt.

Die Bundesregierung hat den Klima schutzbericht 2015 be schlossen – und lobt sich für ihre Leistung selbst. Durch das „Aktionsprogramm Klima schutz“, das die Bundesregierung Ende 2014 verab schiedet hatte, werde Deut schland sein Klimaziel erreichen, ist sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sicher. Ohne das Aktionsprogramm hätte die Bundesrepublik die Ziele verfehlt, sagte sie bei der Vorstellung des Klima schutzberichtes des Bundesumweltministeriums.
Zwar bestätigt der Bericht die Klima schutzlücke und damit die Notwendigkeit der ambitionierten und zielgerichteten Umsetzung der Maßnahmen des Aktionsprogramms. Der Bericht gebe eine klare Bot schaft, sagt Bundesumweltministerin Hendricks jedoch: "Deut schland wird sein Klima schutzziel von minus 40 Prozent bei den Treibhausgasen bis 2020 erreichen."
Steuerliche Anreize nötig
Anders sieht das die Expertenkommission, die die Fort schritte beim Klima schutz überwacht. Das Klima schutzziel bis 2020 sei "erheblich gefährdet", heißt es in einer Stellungnahme zum Klima schutzbericht. Zwar komme die Energiewende voran, "aber nicht so schnell wie ursprünglich geplant und erforderlich." Im Verkehr laufe die Entwicklung sogar in die fal sche Richtung.
Auch hinsichtlich der Energieeffizienz im Gebäudebestand habe es die Bundesregierung verpasst, die Sanierung durch steuerliche Anreize zu fördern. "Aus Sicht der Expertenkommission hätte dies eine der wirksamsten Maßnahmen sein können", heißt es von der Kommission. Angesichts der Dimension der noch notwendigen Reduktion und der verbleibenden Zeit bis 2020 sind die Experten der Ansicht, dass die bisherigen Aktivitäten für die Zielerreichung nicht ausreichen werden.
Energieeffizienzstrategie-Gebäude verab schiedet
Dennoch hat sich die Große Koalition nun ein weiteres ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2050 will man einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. Entsprechende Maßnahmen wurden in der Energieeffizienzstrategie-Gebäude verab schiedet. Dafür soll unter anderem die Energieberatung und Förderung weiterentwickelt werden. Zugleich will die Bundesregierung neue Instrumente einführen, um die Investitionsbereit schaft der Gebäudeeigentümer in der energeti schen Gebäudesanierung zu erhöhen. Möglicherweise könnte es sich dabei um den von den Experten favorisierten Steuerbonus handeln. Die Bundesregierung wolle zu den Maßnahmen nun einen Diskussionsprozess starten.
Das Handwerk begrüßt die Pläne der Bundesregierung und schlägt vor, die Gebäudeenergieberater des Handwerks als Multiplikatoren zu nutzen. "Ein zentrales Element der Strategie sollen die sogenannten gebäudeindividuellen Sanierungsfahrpläne sein", sagt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deut schen Handwerks.
Mit Sanierungsfahrplänen sollen die Hauseigentümer aufgezeigt bekommen, wie sie ihr Gebäude adäquat energeti sch sanieren können. "Von grundlegender Bedeutung für den Erfolg dieser Fahrpläne ist, dass die qualifizierten Gebäudeenergieberater des Handwerks diese erstellen dürfen", fordert Schwannecke. Schließlich würden die Handwerker am häufigsten angesprochen, wenn es um die Sanierung von Gebäuden geht. sch