Es gibt eine neue Förderung für Umbau oder Austausch von Heizungsanlagen. Neben den Verbrauchern können vor allem auch Handwerksbetriebe davon profitieren.

Jede dritte Heizung in Deutschland ist nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft älter als 20 Jahre. Durch energetische Modernisierungsmaßnahmen können sich die Heizkosten senken lassen, so die Deutsche Energieagentur Dena. Dazu ist die Zeit im Moment günstig, denn die Fördermittel für eine Modernisierung oder einen Austausch wurden gerade erst aufgestockt .
In jedem Falle sollte man sich von einem Energieberater informieren lassen, empfiehlt die Dena. Eine Vor-Ort-Energieberatung wird mit bis zu 800 Euro bezuschusst. Die Fördergelder laufen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Konditionen: bis zu 50.000 Euro Kredit zu einem Zinssatz von 0,75 Prozent oder 10 Prozent einmaliger Investitionszuschuss von maximal 5000 Euro.
Modernisierung gut fürs Handwerk
Auch Handwerksbetriebe aus dem Sanitär- Heizungs- und Klimagewerbe können von der neuen Fördermöglichkeit profitieren. "Weil den Kunden zusätzliches Kapital gegeben wird, kann es für viele ein Anreiz sein, sich eine neue Anlage anzuschaffen oder ihre Alte modernisieren zu lassen", sagt Matthias Wagnitz, Referent für Energie- und Wärmetechnik beim Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK).
Aber: Bei nur einem kompletten oder teilweisen Austausch einer Heizungsanlage wird es in keinem der Fälle bleiben, so Wagnitz: "Daneben müssen auch neue Rohre und Leitungen verlegt werden, es muss neu gedämmt und neue Anstriche gemacht werden." Die gute Nachricht für die Verbraucher: Auch diese Arbeiten werden bezuschusst.
Die Voraussetzung für die Förderung der KfW ist ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage, bei dem das komplette System optimal abgestimmt wird. Dadurch könnten jährlich etwa 110 Euro an Heizkosten gespart werden. Allerdings kostet er auch 400 bis 1000 Euro.
Neue Heizkessel müssen für die Förderung eine effiziente Brennwerttechnik haben oder eine Kraft-Wärme-Kopplung sein, die gleichzeitig Strom erzeugt. Auch der Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz fällt unter die Förderung. Von dem Programm der KfW nicht gefördert werden Maßnahmen zum Heizen mit erneuerbaren Energien, da diese in einem Programm des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle enthalten sind.
Individuelle Anpassung
Der ZVSHK hat große Erwartungen an das Programm. "Viele Handwerksbetriebe werden von den Fördermöglichkeiten profitieren", sagt Wagnitz, und hebt hervor, dass eine gründliche Planung im Vorfeld einer Sanierung oder eines Austauschs für Betriebe sehr wichtig ist. Hierzu bietet der Verband auch eine Reihe von Informationsveranstaltungen .
Gerade in dem Bereich der Beratung liege auch die Stärke des Handwerks gegenüber der Industrie, denn mit ihrem persönlichen Einsatz und Prüfungen vor Ort können sie die Anlage in jedem Haus individuell anpassen: "Wenn ein einzelner Heizungsbauer sich Zeit nimmt, alles gründlich anzuschauen um einen genau auf das Gebäude abgestimmten Sanierungsplan zu entwickeln dann ist das eine Leistung, mit der die industrielle Massenproduktion nicht mithalten kann."
Unter diesen Gesichtspunkten können Betriebe eine Modernisierung durch sie auch attraktiv verkaufen, so Wagnitz. Er empfiehlt ihnen, vor Ort einen sogenannten "Heizungscheck" zu machen, in dem geschaut wird, was an einer Anlage verbessert werden kann. Auch sollten Betriebe immer auf die bestehende Förderung hinweisen. Die Miteinbeziehung eines regionalen Fachverbandes könne in der Frage, welche Maßnahmen sinnvoll sind ebenfalls von Vorteil sein. dpa/jr