Ökostrom Dickes Plus bei der EEG-Umlage

Jahr für Jahr ist die EEG-Umlage gestiegen. Nun könnte sie zum ersten Mal sinken, denn das Umlagen-Konto war Anfang August noch nie so gut gefüllt wie in diesem Jahr.

Stromkunden können auf Entspannung bei Ökostrom-Umlage hoffen. Das EEG-Konto ist erstmals im Plus, trotz hoher Ausgaben für die Vergütung von Solarstrom. - © Foto: Gyula Gyukli/Fotolia

Das Konto der Ökostrom-Umlage scheint zum ersten Mal im Gleichgewicht zu sein. Was Experten schon im Mai prognostiziert hatten, scheint sich nun zu bewahrheiten. Die EEG-Umlage könnte im kommenden Jahr zum ersten Mal seit Jahren leicht sinken statt steigen.

Die Höhe der Umlage wird jedes Jahr am 15. Oktober bekannt gegeben, doch schon in der Zeit vorher wird meist über den Anstieg spekuliert. Da die Umlage auf Basis des Kontostandes Ende September berechnet wird, gilt der Stand Anfang August als wichtiger Indikator. Allerdings sind August und September Hochmonate der Solarstromproduktion, weshalb noch mit einem Abschmelzen des bisher angesparten Milliardenpolsters gerechnet wird.

Plus trotz hoher Ausgaben

Und das Depot ist erstmals gut gefüllt. Im vergangenen Jahr war es zum gleichen Zeitpunkt über 1,5 Milliarden Euro im Minus. Doch trotz hoher Ausgaben für die Vergütung von Solarstrom im Sommer war das Umlagen-Konto mit einem Plus von 1,06 Milliarden Euro Anfang August noch nie so gut gefüllt wie in diesem Jahr.

Experten zufolge können die Stromkunden in Deutschland deshalb auch erstmals auf ein leichtes Sinken der Ökostrom-Umlage und damit auf eine Stabilisierung ihrer Stromkosten hoffen. Das zeigen auch die neuen Zahlen der für die Verwaltung des Kontos zuständigen Übertragungsnetzbetreiber.

Wirtschaft und Verbraucher zahlen die Umlage über den Strompreis. Diesen Einnahmen stehen die Ausgaben für die Vergütung des produzierten Ökostroms gegenüber. Seit 2010 ist die Umlage von zwei Cent auf netto 6,24 Cent je Kilowattstunde in diesem Jahr geklettert.

EEG-Reform noch keine Wirkung

Das aktuelle Plus hängt damit zusammen, dass nach den Anstiegen der Vorjahre ein Puffer eingebaut wurde. Das Öko-Institut und die Denkfabrik Agora Energiewende errechneten bereits im Mai, dass die Förderabgabe auf unter sechs Cent die Kilowattstunde sinken könnte. Die Ökostrom-Umlage macht derzeit 18 Prozent des Strompreises aus – der Staat profitiert automatisch durch höhere Mehrwertsteuereinnahmen von dieser Entwicklung.

Mit der gerade in Kraft getretenen Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die Förderkürzungen vorsieht, hat die Entwicklung noch nichts zu tun – die Auswirkungen des Gesetzes werden erst bei der Umlage 2016 richtig sichtbar werden. dpa/dhz