Während der weltweite Solarmarkt wächst, beklagt der Bundesverband Solarwirtschaft zur Eröffnung der Messe Intersolar in München einen Rückgang von 25 Prozent gegenüber dem Frühjahr 2013 auf dem deutschen Markt. Ursache sei die hohen Fördereinschnitte. Auf völliges Unverständnis stößt vor allem die so genannte Sonnensteuer.
Frank Muck

Der weltweite Solarmarkt wächst. Der Ausbau der Solarstromleistung beträgt demnach weltweit 20 Prozent. Der Solarboom in Deutschland scheint dagegen beendet. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) beklagt zur Eröffnung der Messe Intersolar in München einen Rückgang von 25 Prozent gegenüber dem Frühjahr 2013. Ursache seien die hohen Fördereinschnitte und politischen Rahmenbedingungen. Auf völliges Unverständnis stößt vor allem die so genannte Sonnensteuer.
Schlechtere Rahmenbedingungen
"Deutschland lässt die Früchte andere ernten", sagt Carsten Körnig, Geschäftsführer des BSW-Solar. Während im Rest der Welt, hier vor allem Nordamerika und Asien das Potenzial der Technik erkannt worden sei, leide das einstige Musterland in Sachen Erneuerbare Energien unter den Förderkappungen. Die politischen Rahmenbedingungen hätten sich deutlich verschlechtert.
Die Solarbranche hoffe auf Nachbesserungen bei der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Auf völliges Unverständnis stoße dabei die so genannte Sonnensteuer. Sie sieht vor, dass Eigenversorger eine Umlage für den selbst genutzten Strom bezahlen. Unternehmen aus energieintensiven Industriebranchen sollen 15 Prozent der Umlage auf jede selbstverbrauchte Kilowattstunde zahlen. Für Betreiber von Solar- und Windkraft- sowie von Kraft-Wärme-Anlagen (KWK) ist hingegen eine 50-prozentige Umlage geplant, also rund 3,1 Cent. Der Eigenverbrauch großer Kraftwerke soll dagegen von der Umlage befreit bleiben. Der BSW-Solar werde notfalls gemeinsam mit anderen Verbänden gegen diese Ungleichbehandlung vor dem Bundesverfassungsgericht klagen.
Erschließung neuer Geschäftsfelder
Der Ausbau dezentraler Energieversorgung werde damit weiter behindert. Gerade auch die Mieterversorgung – ein Markt, auf den die Solarbranche mit neuen Geschäftsmodellen verstärkt vorstoßen wolle, werde dadurch belastet. Denn die Erschließung neuer – vor allem förderunabhängiger – Geschäftsfelder wird für die Solarbranche immer wichtiger. Der BSW-Solar hat deshalb mit der Messe Intersolar einen neuen Investorenleitfaden vorgestellt. Für Handwerker und Projektierer von Solaranlagen biete der Leitfaden Hilfestellung bei der Umsetzung neuer Geschäftsmodelle bei der solaren Nahstrom- und Mieterversorgung. Leseprobe unter bsw.li.
Im Mittelpunkt der Messe stehen neben neuen Märkten die Solarstromspeicher. Führende Marktforschungsinstitute wie IHS und Bloomberg New Energy versprechen einen boomenden Markt. Bis 2020 rechnen die Institute mit einem weltweiten Speicher-Zubau von bis zu zehn Gigawatt pro Jahr.
Mehr Informationen gibt es auf intersolar.de .