Der Anteil der Erneuerbaren Energien in Deutschland ist weiter angestiegen. So die Bilanz der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat). Allerdings ist laut Bericht der Ausbau der Erneuerbaren Energien ins Stocken geraten.

Mit gut 152,6 Milliarden Kilowattstunden hat die Stromerzeugung aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse einen neuen Höchststand erreicht. Diese Entwicklungen gehen aus dem vorläufigen Bericht der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik hervor (AGEE-Stat).
Darin heißt es, dass der Anstieg der Erneuerbaren am deutschen Bruttostromverbrauch um fast mehr als zwei Prozentpunkte auf mehr als ein Viertel am Gesamtanteil am Strom-Mix gestiegen ist. Allerdings ist im Vergleich zu den Vorjahren der Ausbau etwas schwächer ausgefallen. Hier macht sich die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von 2012 bemerkbar.
Zubau von Photovoltaik
Laut Bericht hat der "atmende Deckel" der Photovoltaik-Vergütung im EEG Nach drei Rekordjahren seine Wirkung entfaltet. Der Zubau an Photovoltaik-Leistung gegenüber dem Vorjahr ging um mehr als die Hälfte auf 3.305 Megawatt (MW) zurück. 2012 sind es 7.604 MW gewesen. Damit sind Ende 2013 Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 35.948 MW am Netz gewesen und haben insgesamt 30 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt. Dies entspricht rund fünf Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs.
In den vergangenen Jahren sind die Ausbauraten bei Photovoltaik-Anlagen außerordentlich hoch gewesen. Das hatte zur Folge, dass die EEG-Umlage stieg. Um die Belastung für die Stromverbraucher zu senken, hat die Bundesregierung die Vergütungssätze für die Photovoltaik in den vergangenen Jahren um zwei Drittel abgesenkt. Für Kleinanlagen betragen sie derzeit 15,07 Cent, für Freiflächenanlagen 10,44 Cent pro Kilowattstunde.
Mehr Strom aus Wind
Im Bericht der Arbeitsgruppe heißt es weiter, dass der Ausbau von Windenergie-Anlagen einen deutlichen Anstieg verzeichnet. Der Zubau von Wind an Land (onshore) und Wind auf See (offshore) hat zusammen 3.592 MW betragen. Insgesamt sind Ende 2013 in Deutschland 34.660 MW Windenergieleistung installiert worden, davon 903 MW auf See. Auch die Wärmebereitstellung aus Erneuerbaren Energien ist von rund 128 Milliarden kWh 2012 auf knapp 133 Milliarden kWh 2013 gestiegen. Der Anteil der Erneuerbaren Energien am gesamtdeutschen Wärmeverbrauch lag 2013 mit neun Prozent knapp unterhalb des Vorjahres-Niveaus (9,3 Prozent).
Der Grund: Eine längere Heizperiode in den ersten Monaten 2013 gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2012 hat den Gesamtwärmeverbrauch deutlich wachsen lassen. Nach erster Schätzung sind dies 1.470 Milliarden kWh in 2013 gegenüber 1.378 Milliarden kWh in 2012 gewesen. Biomasse hat mit 88 Prozent den größten Anteil unter den Wärmequellen aus Erneuerbaren Energien.
Seite 2: Der Umsatz bei Erneuerbaren Energien ist angestiegen.
Mit insgesamt rund 116 Milliarden kWh stellt sie gut drei Prozent mehr Wärme bereit als im Vorjahr. Das ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass regelmäßig mit der kälteren Witterung auch der Holzverbrauch in privaten Haushalten zunimmt.
Neben der Biomasse spielen auch Biogas und Holzpellets eine immer größere Rolle an der Wärmebereitstellung aus Erneuerbaren Energien. Solarthermie-Anlagen und Wärmepumpen machen hierbei inzwischen zusammen zwölf Prozent aus.
Umsatzanstieg bei Erneuerbaren Energien
Weiter angestiegen sind die Umsätze aus dem Betrieb der Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien. Diese haben 2013 insgesamt 15,2 Milliarden Euro ausgemacht. Das sind rund sechs Prozent mehr als im Vorjahr (14,3 Milliarden Euro) weniger schädliche Emissionen in der Luft. Die Erneuerbaren Energien in Deutschland haben 2013 dazu beigetragen, die Treibhausgas-Emissionen um rund 148 Millionen Tonnen zu reduzieren. Auf den Stromsektor sind knapp 108 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente entfallen. Davon sind rund 86 Millionen Tonnen auf die Strommenge mit EEG-Vergütungsanspruch zurückzuführen.
Durch die Nutzung Erneuerbarer Energien im Wärmesektor wurden Treibhausgase in Höhe von rund 35 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten vermieden, durch Biokraftstoffe rund fünf Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. dhz
Das sind CO2-Äquivalente
Neben dem Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) gibt es weitere Treibhausgase, zum Beispiel Methan oder Lachgas. Die verschiedenen Gase tragen nicht in gleichem Maß zum Treibhauseffekt bei. Sie verbleiben auch über unterschiedlich lange Zeiträume in der Atmosphäre. Um die Wirkung der verschiedenen Treibhausgase vergleichbar zu machen, hat das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC – Expertengremium der Vereinten Nationen) das sogenannte " Globale Erwärmungspotenzial" (Global Warming Potential, kurz GWP) definiert.
Dieser Index drückt die Erwärmungswirkung einer bestimmten Menge eines Treibhausgases über einen festgelegten Zeitraum (meist 100 Jahre) im Vergleich zu derjenigen von CO2 aus. Treibhausgasemissionen können so in "CO2-Äquivalente" umgerechnet und zusammengefasst werden.