Bis 2020 sollen auf Deutschlands Straßen eine Million Elektroautos fahren: Die Bundesregierung hält an ihrem Ziel fest. Neue staatliche Zuschüsse soll es dafür allerdings nicht geben – dafür aber Privilegien im Straßenverkehr.

Die Million Elektroautos ist fest im Koalitionsvertrag verankert. Wie es gelingen soll, so viele E-Fahrzeuge in allen unterschiedlichen Varianten – auch Fahrzeuge mit Hybridmotor sind eingeschlossen – auf die Straßen zu bringen, allerdings nicht. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) legt nun nach.
Hieß es bislang, dass Deutschland bei diesem Thema hinterherhinke, so sieht Dobrindt Fortschritte und will Elektroautos per Gesetz zum Durchbruch verhelfen. Derzeit liege die Zahl bei 105.000, sagte Dobrindt. "Wir haben im letzten Jahr über 30 Prozent Zuwachsrate gehabt. Das heißt, wir sind da auf einem guten Weg."
Busspuren für E-Autos
Das Fahren von Elektroautos soll durch Privilegien im Straßenverkehr gefördert werden, außerdem sollen die Behörden mehr Elektroautos nutzen, kündigte Dobrindt gegenüber der "Rheinischen Post" an. "Um den richtigen Durchbruch zu schaffen, muss es einen funktionierenden Gebrauchtwagenmarkt geben", sagte Dobrindt. "Dafür müssen wir sorgen, dass es in Behörden mehr Elektrofahrzeuge gibt, damit dann ein Gebrauchtwagenmarkt leichter entsteht."
So sollen Fahrer von E-Autos künftig beispielsweise Busspuren benutzen dürfen. "Wenn der Nutzen auf der Straße für den Fahrer durch ein Elektromobilitätsgesetz nochmal erhöht werden kann, hat das gerade in Städten nochmal einen zusätzlichen Kaufanreiz", sagte Dobrindt.
Nicht gedacht ist aber an ein staatliches Zuschussprogramm. "Einen finanziellen Kaufanreiz schließe ich komplett aus", sagte der CSU-Politiker am Rande eines kleinen CSU-Parteitags. SPD-Fraktionsvize Sören Bartol erklärte jedoch: "Wir wollen, dass die KfW den Kauf von Elektrofahrzeugen mit zinsgünstigen Krediten unterstützt." dpa/dhz