Im Handwerk hat die Infrarottechnik Einzug gehalten. Mit Wärmebildkameras sind bei Gebäudesanierungen Temperaturunterschiede im Mauerwerk feststellbar. Zwar ist die Bedienung der Geräte recht einfach, doch die Wärmebildtechnik selbst hat es in sich.
Christoph Ledder

In vielen Handwerksberufen erfordern spezielle Arbeiten spezielle Geräte. Dazu zählen auch Wärmebildkameras. Die Kameras können gerade für die Baubranchen eine Hilfe sein, leisten sie dort doch einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung von sich anbahnenden oder bereits vorhandenen Schäden an Gebäuden. Von vielen Handwerksbetrieben wird sie für die Gebäudeinstandhaltung und -sanierung verwendet.
Sensor wandelt in Wärmebild um
Die erzeugten Bilder von unsichtbarer Infrarot- oder Wärmestrahlung werden mittels eines Sensors in ein Wärmebild (Thermogramm) umgewandelt und auf einer Speicherkarte abgelegt. Das Wärmebild mit den verschiedenen Farbspektren gibt die Temperaturverteilung an der untersuchten Objektfläche wieder. Mit Hilfe der Wärmebildkamera haben Handwerker so die Möglichkeit, die Kamera bei völliger Dunkelheit, in tiefster Nacht, durch Nebel und auch durch Rauch zu sehen.
Auf dem Markt gibt es verschiedene Hersteller von Wärmebildkameras. So gehören beispielsweise "FLIR Systems" oder "testo" zu den Marktführern. Daneben gibt es weitere weniger bekannte Hersteller. Das spiegelt sich vor allem im Preis wieder. "Einsteiger können Kameras mittlerweile für unter 1.000 Euro erwerben. Modelle mit einer Auflösung von 320 x 240 Pixel sind ab 6.000 Euro zu bekommen", sagt Baubiologe und Energieberater Thomas Stumpp. Der Preis für eine Kamera kann auf bis zu 15.000 Euro steigen. Stumpp: "Es kommt immer darauf an, was Handwerker damit vorhaben."
Schwierig ist die Bewertung der Bilder
Das Aufnahmeprinzip der einzelnen Modelle ist immer gleich. Unterschiede zwischen den Geräten bestehen in der Auflösung und in den erweiterten Funktionen. Die Handhabung der Kamera ist einfach. Schwierig wird es erst bei der Interpretation. "Die Schwierigkeit besteht in der Dokumentation der Messergebnisse", so Stumpp.
Bei der Bewertung der Messergebnisse können nach Ansicht von Stumpp Fehleinschätzungen vorkommen. Damit diese vermieden werden, gibt es spezielle Schulungen, die sich mit der reinen Interpretation und auch mit der Handhabung von Wärmebildkameras beschäftigen. Handwerksunternehmen, die mit Wärmebildkameras arbeiten möchten, können beim Bundesverband für Angewandte Thermographie (VATh) Kurse belegen. Diese sind in drei Stufen unterteilt.
Kurse mit unterschiedlichen Zertifizierungen
"Für Handwerker ist nur die erste und zweite Stufe interessant. In diesen lernen sie, mit der Kamera richtig umzugehen und professionelle Aufnahmen von Wärmebildern zu machen und können mit Abschluss der Stufe 2 die Werte richtig interpretieren", erklärt Hermann Kaubitzsch, Vorsitzender des Verbands. Die dritte Stufe richtet sich ausschließlich an große Industrieunternehmen. Die Kosten für die einzelnen Zertifizierungen liegen zwischen 2.000 und 5.000 Euro und können von den Bundesländern gefördert werden.