Ohne ein besseres Vorankommen bei der energetischen Gebäudesanierung sind die Energieeinsparziele der Bundesregierung kaum zu erreichen. Für das Handwerk liegt hier ein wichtiger Zukunftsmarkt, doch die notwendigen Fachkräfte fehlen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat deshalb einen Nationalen Qualifizierungsfahrplan vorgestellt, um die Betriebe zu schulen.

Bis zu 80 Prozent der Energie, die zum Heizen und zur Warmwasserbereitung benötigt wird, können durch fachgerechte Maßnahmen im Zuge einer energetischen Gebäudesanierung eingespart werden. Davon geht das Bundesbauministerium aus und möchte durch Förderkredite die Hausbesitzer in Deutschland zum Sanieren anregen.
90.000 qualifizierte Fachkräfte fehlen
GebäudesanierungZu den nötigen Maßnahmen, die auch dazu beitragen sollen, dass Deutschland seine Einsparziele beim CO2-Ausstoß erreicht, gehören unter anderem: die Wärmedämmung von Dach, Wänden und Kellerdecke, der Einbau von wärmeisolierenden Fenstern oder die Umstellung auf energieeffiziente Heizsysteme. Um diese Maßnahmen zu realisieren, ist auch das Handwerk gefordert und muss nun dafür sorgen, dass genug Fachkräfte für die Sanierungsaufgaben bereitstehen.
Einer Untersuchung zufolge benötigt das Handwerk in Deutschland zur energetischen Gebäudesanierung in den nächsten sechs Jahren zusätzlich bis zu 90.000 qualifizierte Fachkräfte. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat deshalb einen Nationalen Qualifizierungsfahrplan mit 26 Projekten vorgestellt, um Mitarbeiter des Handwerks für die energetische Gebäudesanierung zu schulen.
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Es handelt sich dabei um ein EU-Projekt, dass in 30 Staaten durchgeführt wird. Der Gebäudebereich – Gebäudehülle wie Gebäudetechnik – hat nach ZDH-Angaben für das Erreichen der EU-Energieziele große Bedeutung. Erwartet wird, dass sich dadurch bis zu 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs einsparen ließen, der für rund ein Drittel der schädlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich gemacht wird.
Leichtes Überangebot an Baubeschäftigten
GebäudesanierungDeutsche Handwerker seien für die qualitativen Anforderungen insgesamt gut aufgestellt, sagte Schwannecke. Dazu trage die seit langem übliche überbetriebliche Lehrlingsunterweisung im Handwerk bei sowie auch eine Vielzahl an Weiterbildungsangeboten.
Für andere Branchen rechnet der ZDH allerdings noch nicht damit, dass der Fachkräftebedarf so schnell so akut wird. Auch wenn es bei einzelnen Gewerken – wie etwa im Elektrobereich – und auch in einigen Regionen wegen der hohen Nachfrage zu Engpässen komme könnte, werde es auch 2020 insgesamt noch ein leichtes Überangebot an Baubeschäftigten geben, sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. Erst danach sei mit zunehmendem Fachkräftemangel auch am Bau zu rechnen.
Hintergrund des Nationalen Qualifizierungsplans ist eine Roadmap für Beschäftigte in der Baubranche. Ein Entwurf wurde bereits im Januar vorgelegt. Die genauen Details zu den Schulungen und Maßnahmen werden noch bekannt gegeben. dhz/dpa

