Branchenmonitor Markt für Energieeffizienz im Aufschwung

Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Energieeffizienz werden in Deutschland immer bedeutender. Und so steigt auch die Anzahl der Mitarbeiter der Energieeffizienzbranche. Erstmals wurde nun ein Branchenmonitor für Energieeffizienz erstellt. Er zeigt, dass politische Rahmensetzungen als möglicher Wachstumstreiber nötig sind.

Der Markt für Energieeffizienz wächst. - © Foto: Alexander Raths/Fotolia

Die günstigste Energie ist die, die gar nicht verbraucht wird, heißt es gerne. In Zeiten von stetig steigenden Strompreisen wächst deshalb auch der Markt der Energieeffizienz. Mehr als 800.000 Beschäftigte waren 2012 im weiteren Sinne in dem Bereich tätig. Der Gesamtumsatz der Branche ist um 16 Prozent auf 146 Milliarden Euro geklettert, ermittelte nun ein erstmals durchgeführter Branchenmonitor, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Energiepreise offenbaren Dilemma

Für diesen Branchenmonitor wurden über 60 Unternehmen befragt, darunter aus dem Bereich Energieversorgung, Klima- und Gebäudetechnik, Bau und Elektrogeräte. Neben den hohen Energiepreisen sehen diese vor allem die politischen Rahmensetzungen in Zusammenhang mit der Energiewende als möglichen Faktor, der das Wachstum der Branche beeinflusst.

Doch damit wird auch ein Dilemma deutlich: "Gerade der Anstieg der Energiepreise birgt gleichzeitig enormen sozialen Brennstoff und führt langfristig zu sinkendem verfügbaren Kapital für Energieeffizienzinvestitionen", heißt es in dem Branchenmonitor.

Durchschnittlich hätten sich die Endkundenpreise für Gas, Strom, und Heizöl von 2002 bis 2012 um jährlich durchschnittlich 4,4 bis 9,8 Prozent verteuert. Durch diese Preisentwicklung könnte aber Geld für Gebäudesanierungen oder neue Elektrogeräte fehlen. Daher pocht die Branche auf zusätzliche Anreizprogramme.

Seite 2: Welche Effizienzvorgaben in Zukunft gelten könnten und warum sie noch nicht beschlossen sind.>>>

Bis 2020 soll die Energieeffizienz in allen 27 EU-Staaten um 20 Prozent steigen. Das gilt schon seit 2007 als unverbindliches Ziel. Besonders die Energiekonzerne und Stadtwerke werden mit einer neuen EU-Effizienzrichtlinie in die Pflicht genommen – allerdings wird über die konkrete Umsetzung noch debattiert.

Geschäfte mit Effizienzdienstleistungen möglich

Energieversorger sollen zu einer jährlichen Absatzeinsparung von 1,5 Prozent verpflichtet werden. Als Vergleichswert gilt die Strommenge, die ohne zusätzliche Anstrengungen verkauft würde. Den Einnahmeausfall sollen sie durch eigene Geschäfte mit Effizienzdienstleistungen kompensieren.

Gegen schärfere Effizienzvorgaben wehrte sich unter anderem Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). So wurde auch eine energetische Sanierungsrate für alle Gebäude der öffentlichen Hand in der Richtlinie aufgeweicht. Nun gilt die Pflicht nur für Gebäude der jeweiligen Zentralregierungen. Daher könnte das 20-Prozent-Ziel mit 2020 verfehlt werden. dhz/dpa