Um den Ausbau der Solarstromerzeugung am Laufen zu halten, will die Bundesregierung ein neues Marktanreizprogramm aufsetzen. Im Fokus stehen jetzt die Speichertechnik und damit die dezentrale Energieversorgung. Hausbesitzer sollen schon ab Ostern Gelder aus dem millionenschweren Subventionsprogramm beantragen können. Auch das Handwerk kann profitieren.

Die Förderkürzungen bei der Solarenergie waren lange ein Streitthema und haben auch dafür gesorgt, dass sich der Ausbau mit neuen Photovoltaikanlagen Monat für Monat verlangsamt hat. Doch trotz dieser Entwicklung sind die Werte für 2012 insgesamt positiv für die Solarbranche.
Wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) unter Berufung auf das Bundesumweltministerium berichtet, wurden in Deutschland im vergangenen Jahr rund 7,6 Gigawatt an Leistung aus Solarstrom installiert. Damit bewege sich der Zubau im Bereich der beiden Vorjahre, als er etwa bei 7.500 Megawatt lag.
Technologie-Entwicklung anstoßen
Um Solarstrom weiter attraktiv zu halten, plant die Bundesregierung nun ein neues Förderprogramm bei der Staatsbank KfW und möchte nach der stärkeren Verbreitung der Photovoltaikanlagen die Nutzung von Sonnenenergie erleichtern. Wie die "Frankfurter Rundschau" unter Berufung auf einen Sprecher des Bundesumweltministeriums berichtet, soll es ab Ostern neue Subventionen geben. "Wir wollen die Technologie-Entwicklung anstoßen und dem Kleinspeicher-Markt auf die Sprünge helfen", sagte der Sprecher, der aber weitere Details nicht mitteilte.
Bundesumweltminister Peter Altmaier hatte bereits von mindestens 50 Millionen Euro Umfang gesprochen. Damit könnten bis zu 25.000 Batteriespeicher mit je gut 2.000 Euro pro Anlage gefördert werden.
Die Akkus machen es Haushalten möglich, sich zeitweise vom Stromnetz abzukoppeln und einen deutlich höheren Anteil des auf dem Dach erzeugten Solarstroms selbst zu verbrauchen. Das lohnt sich, da die Vergütung für Solarstrom, der gefördert ins Netz eingespeist wird, inzwischen niedriger liegt als der Preis für Strom aus dem Netz.
Handwerk kann profitieren
Mit diesem Schritt kommt die Bundesregierung auch den Forderungen des Handwerks und von Experten aus der Wissenschaft nach, die bereits mehrmals darauf hingewiesen hatten, dass das Thema Speichertechnik zu stark vernachlässigt wird. Gerade das Handwerk kann stark davon profitieren, wenn die Energieversorgung stärker dezentral organisiert ist und die einzelnen Hausbesitzer vor Ort mit neuer Technik versorgt werden.
In den kommenden Wochen bleibt es also spannend bis die Regierung die Details zum neuen Marktanreizprogramm verkündet. Derzeit laufen dazu noch die Verhandlungen zwischen dem Bundesumweltministerium und der KfW, berichtet auch die Fachzeitschrift "photovoltaik". Im Laufe des 1. Quartals sollen diese aber abgeschlossen sein. jtw/dapd