DUH-Dienstwagencheck Nur drei Bundesbehörden sind vorbildlich

Der zweite Dienstwagencheck der Deutschen Umwelthilfe bei den Bundesbehörden zeigt, dass der Vergleich erste Früchte trägt. Denn 2011 fuhr nur ein Dienststellenleiter mit einem Dienstwagen, das den geforderten EU-Zielwert einhielt. 2012 sind es schon sieben Dienststellenleiter.

Nur drei Bundesbehörden wird beim DUH-Dienstwagencheck ein glaubwürdiges Klimabewusstsein attestiert. - © SibylleMohn - Fotolia

Die Deutsche Umwelthilfe hat die Dienstwagen der Bundesbehörden und deren Nutzung unter die Lupe genommen. Ein glaubwürdiges Klimabewusstsein wurde nur der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, dem Bundesumweltamt und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt attestiert. Die drei Bundesbehörden haben von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) die "Grüne Karte" bekommen. Denn sie konnten im Test sowohl mit einer guten Flottenstrategie als auch einem niedrigen CO2-Ausstoß ihrer Dienstwagen überzeugen.

Sieben Rote Karten

Zehn Bundesbehörden landeten beim DUH-Test im Mittelfeld und sieben Behörden zeigte die DUH wegen des hohen CO2-Ausstoßes ihrer Fahrzeuge die "Rote Karte". Der EU-Zielwert lag 2012 bei 130 Gramm pro Kilometer. Immerhin sieben Behördenleiter konnten mit ihrem Dienstwagen den EU-Zielwert unterschreiten. 2011 war das nur dem  Präsidenten des Bundesumweltamtes gelungen. Das bessere Abschneiden als im Vorjahr führt die DUH auf den jährlichen Test zurück.

Spitzenreiter beim CO2-Ausstoß

Absoluter Spitzenreiter beim CO2-Ausstoß war die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Denn der Audi A6 der Präsidentin stößt 195 Gramm C02 pro Kilometer aus, bei der Dienstwagenflotte sind es sogar 200g/km.

"Es ist unverständlich, warum Behördenleiter wie die Präsidentin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Klimakiller-Limousinen immer noch ein Schaufahren gegen die Energiewende betreiben", bewertete Jürgen Resch das Ergebnis.

Bundesbank fast vorbildlich

Gleichzeitig lobte der Bundesgeschäftsführer der DUH das fast vorbildliche Verhalten des Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann. Dessen Vorstandslimousine habe den EU-Zielwert nur knapp verfehlt und dessen Firmenflotte liege sogar deutlich darunter.

Zusammen mit der Deutschen Rentenversicherung Bund bekam die Bundesbank deshalb eine "Gelbe Karte" im DUH-Test. Denn das Engagement dieser Bundesunternehmen sei zwar erkennbar aber laut DUH noch nicht ausreichend. Besser Schnitt in der Gruppe der 19 Bundesunternehmen nur die Bundesunfallkasse ab. Sie wurde vor allem wegen ihrer Flottenstrategie und dem Erreichen des CO2-Zielwerts bei der Dienstwagenflotte mit der "Grünen Karte" belohnt.

Die verbleibenden 16 Bundesunternehmen bekamen im DUH-Test eine "Rote Karte", denn sie zeichneten sich mehrheitlich durch lückenhafte Angaben aus. dhz