Bürgerdividende Bürger sollen am Netzausbau mitverdienen

Die Bürger sollen nach den Vorstellungen von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) von den Gewinnen aus dem Bau neuer Stromleitungen persönlich profitieren. Sie sollen künftig Anteilsscheine kaufen können, um sich zu einem festen Zinssatz am Netzausbau beteiligen zu können. Damit möchte Altmaier mehr Akzeptanz für neue Trassen schaffen.

Bundesumweltminister Peter Altmaier will die Bürger am Netzausbau mit Anteilsscheinen beteiligen. - © CDU/CSU-Bundestagsfraktion/Christian Doppelgatz

Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte der Bundesumweltminister, Ziel einer solchen Bürgerdividende sei,  "generell die Akzeptanz für die Energiewende zu schaffen - dadurch, dass wir nicht nur die Kosten, sondern auch die Erträge breit streuen."  Konkret stellte er fünf Prozent Verzinsung in Aussicht.

Die Betreiber seien ohnehin dazu verpflichtet, auch Fremdkapital einzubeziehen. "Wir könnten rund 15 Prozent des Gesamtkapitals für eine solche Bürgerbeteiligung reservieren." Da es sich allein bei den Fernleitungen um ein Projekt von bis zu 30 Milliarden Euro handele, gehe es hier um eine Summe von rund fünf Milliarden Euro, rechnete der CDU-Politiker vor.

Die Anteile sollten vorrangig den Eigentümern von Grundstücken oder den Bewohnern von Gemeinden angeboten werden, die vom Netzausbau betroffen sind, in zweiter Linie aber auch der Allgemeinheit, alles auf freiwilliger Basis.

Dieses Modell der Beteiligung an der Energiewende ist nach Auffassung Altmaiers auch für Bürger ohne viel Geld erschwinglich und daher nicht nur für reiche Leute interessant. So seien Beteiligungen von 500 Euro denkbar, das wären bei fünf Milliarden Euro Gesamtvolumen dann rund zehn Millionen Anteilsscheine.

Garantierte Rendite

Der CDU-Politiker sagte: "Mich hat die Idee von Bürgerwindparks inspiriert, wo man ebenfalls mit geringen Summen einsteigen kann. Damit nicht nur Großinvestoren von der Energiewende profitieren, sondern auch diejenigen, die am Ende die Stromrechnung bezahlen." Das Ziel sei, auf diese Weise die Akzeptanz für die Energiewende zu steigern, dadurch, dass nicht nur die Kosten, sondern auch die Erträge breit gestreut werden.

Vor allem die fehlenden Stromleitungen zwischen Nord- und Süddeutschland gilt als großes  Hindernis bei der Umsetzung der Energiewende.

Allianz Vorstandschef Michael Diekmann hält solche Anlagen für rentabel. Dem Handelsblatt sagte ein im Interview, dass für Versicherer erneuerbare Energien und Infrastrukturprojekte als langfristige Anlagen bereits jetzt attraktiv seien. dapd/rh