Kampagne gegen Plastiktüten-Flut gestartet Plastiktüten: 100.000 Tonnen Kunststoff für den Müll

Die Deutschen verbrauchen jährlich 5,3 Milliarden Plastiktüten. Diese Plastiktüten-Flut will die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit der Kampagne "Einwegplastik kommt nicht in die Tüte" eindämmen. Verbraucher sollen für umweltfreundliche Mehrwegtaschen begeistert werden. DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch schlägt zudem eine Abgabe auf Plastiktüten vor.

Viele Plastiktüten landen nicht im "gelben Sack", sondern im Restmüll. - © herb-art - Fotolia

"Dass in Deutschland jährlich mehr als 100.000 Tonnen Kunststoff allein für Plastiktüten verschwendet werden, ist ein Skandal", kommentierte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch am Dienstag in Berlin. "Damit sich das ändert, muss der Anreiz, aus Bequemlichkeit zur kostenlosen oder sehr günstigen Plastiktüte zu greifen, schnell verschwinden."

Er schlug eine Abgabe auf Plastiktüten vor, wie sie in Irland bereits etabliert sei. Dort habe die Abgabe zu einer Senkung des pro Kopf Verbrauchs von 328 Plastiktüten im Jahr auf nur noch durchschnittlich acht Tüten geführt.

Zwar werden Plastiktüten in Deutschland mit Hilfe des „Gelben Sacks“ für ein Recycling gesammelt. Jedoch landet laut dem DUH die Mehrzahl der Kunststofftaschen im Restmüll und wird anschließend verbrannt.

Einen geschlossenen Recyclingkreislauf gebe es in Deutschland hingegen nicht, sagt Thomas Fischer, Projektmanager für Kreislaufwirtschaft bei der DUH. Vor einiger Zeit würde öffentlich bekannt, dass auch sogenannte kompostierbare Plastiktüten nicht recycelt werden.

Plastiktüten verschmutzen Straßen und Grünflächen

Fischer: "Im schlechtesten Fall werden die Tüten zu minderwertigen Produkten verarbeitet und anschließend verbrannt oder nach Asien exportiert, wo überwiegend keine umweltfreundlichen Entsorgungsstrukturen für Plastikabfälle vorhanden sind."

Ein weiteres Problem würden die vielen achtlos weggeworfenen Tüten darstellen, die Straßen, Grünflächen, Strände und Gewässer verschmutzen, bemängelt Stefan Zwoll, Vorstandsmitglied der Stiftung Naturschutz Berlin (SNB).

Die SNB befürwortet deshalb ebenfalls die Einführung einer Abgabe auf Plastiktüten und schlägt vor, die Einnahmen aus der Abgabe keineswegs dem allgemeinen Staatshaushalt zufließen zu lassen. Stattdessen sollten die Gelder gezielt dafür eingesetzt werden, das Bewusstsein der Menschen für die Vermeidung von Abfall zu schärfen.

Hintergrund- und Projektinformationen sowie eine Umfrage zum Plastiktütenverbrauch sind im Internet unter www.kommtnichtindietuete.de abrufbar. Eine Homepage der Deutschen Umwelthife. dapd