Energie Heizen in der Übergangszeit

Der Herbst ist bekannt für seine Temperaturschwankungen. Tagsüber scheint die Sonne bei Werten um 20Grad Celsius und nachts fallen die Temperaturen bis um den Gefrierpunkt. Da stellt sich vielen Verbrauchern die Frage, ob sie schon die Heizung anstellen müssen.

Ein warmer Pullover oder eine Wolldecke reichen zum Herbstanfang oft aus, heizen muss man noch nicht unbedingt. - © Calek/Fotolia

"In Wohn- und Arbeitsräumen sind tagsüber 20 Grad Celsius ausreichend", meint Michael Conradi von der Initiative Wärme plus. Verbrauchern rät er daher mit dem Heizen so lange zu warten, wie es geht. "Wer trotzdem friert, sollte sich lieber mit einem warmen Pullover oder einer Wolldecke behelfen, statt gleich die Heizungsanlage einzuschalten."

Abends rechtzeitig Rollläden schließen

Wenn es abends kalt wird, ist es wichtig die Wärme möglichst im Haus zu halten. Bei Anbruch der Dunkelheit sollten daher alle Rollläden und Jalousien geschlossen werden, damit möglichst wenig Wärme durch die Fenster entweichen und wenig Kälte von draußen herein kommen kann.

Generell gilt für das Heizen, dass die Raumtemperatur nicht zu hoch eingestellt werden sollte. "Das hängt natürlich immer von den individuellen Bedürfnissen ab", meint Michael Conradi. "Aber schon ein Grad weniger reduziert den Energieverbrauch um sechs Prozent. Es lohnt sich also, es auszuprobieren". Übertreiben sollte man beim Sparen aber auch nicht, denn fallen Zimmertemperaturen unter 15 Grad Celsius droht die Gefahr von Schimmelbildung in den Räumen.

Punktuell für Wärme sorgen

Wer jetzt schon heizen möchte, dem rät Conradi für die Übergangszeit, punktuell zu heizen anstatt ein Vollheizsystem zu nutzen. Der Experte empfiehlt mit elektrischer Fußbodentemperierung oder einem anderen elektrischen Direktheizgerät für Wärme zu sorgen. "Ein Ersatz für ein Vollheizsystem sind solche Heizgeräte aber auf keinen Fall", warnt Conradi. Der Stromverbrauch wäre zu hoch.

Alternativen zu elektrischen Zusatzheizungen seien Kaminöfen oder energiesparende Hybridheizungen. Bei letzteren wird Wärme aus Solarkollektoren oder anderen regenerativen Energiequellen in einen Pufferspeicher eingespeist. Dieser liefert dann die Wärme für Heizung und Warmwasseraufbereitung. Wird im Wärmespeicher eine bestimmte Temperatur unterschritten, übernimmt der Heizkessel die Wärmeerzeugung. In der Übergangszeit kann dadurch ein Großteil des Energiebedarfs regenerativ erzeugt werden, was den Heizölverbrauch laut Forum für Energieeffizienz bis zu einem Drittel senkt.

Regulieren mit moderner Heizungsanlage

Auch mit einer modernen Heizungsanlage im Keller lässt sich in der Übergangszeit gut auf die schwankenden Temperaturen reagieren. Denn bei den meisten aktuellen Systemen lässt sich die Vorlauftemperatur entsprechend der Außen- und der Innenraumtemperaturen programmieren. Bei warmen Außentemperaturen reduziert das Thermostatventil zum Bespiel automatisch die Heizkörpertemperatur. Außerdem ist es möglich verschiedene Raumtemperaturen für einzelne Zimmer zu wählen. dapd/aml