Nachhaltig wirtschaften "Grüne Ökonomie" als Wettbewerbsfaktor

Die deutschen Spitzenpolitiker sind sich einig: Deutschland soll grüner werden. Nicht im Sinne von weiterer Begrünung karger Landstriche, sondern im Zuge eines klügeren Umgangs mit natürlichen Ressourcen, einer nachhaltigen und sozialverträglichen Politik auch für künftige Generationen. Für die Umsetzung dieser Zielvorgabe diskutierten vom 4. bis 5. September 2012 in Berlin 450 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verbänden und Gesellschaft die notwendigen Schritte.

Zur Eröffnung des Kongresses betonte Altmaier die "enormen Marktchancen“ die sich der Bundesrepublik durch den effizienten Einsatz von Energie und Rohstoffen im internationalen Wettbewerb bieten. "Es ist eine Chance klarzumachen, dass es nicht um alte und neue Industrien geht, sondern darum, die Wirtschaft insgesamt nachhaltiger zu organisieren. Und dass dies nicht zu einer Belastung, sondern zu einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes beitragen kann“, so der Minister weiter.

Seine Kollegin im Kabinett, Annette Schavan, fordert die Vorreiterrolle Deutschlands in den Umwelttechnologien weiter qualitativ und nicht quantitativ auszubauen.

Vorreiterrole in der Umwelttechnologie

Deutschland startet hier aus einer guten Position heraus. Laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, werden jährlich mehr als 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung investiert. Bei den "Umweltfreundlichen Energien und der Energiespeicherung" verfügen sie zum Beispiel über einen Weltmarktanteil von 23 Prozent. In der Umweltbranche arbeiten heute bereits über 2 Millionen Menschen. Die Projektförderung der Nachhaltigkeitsforschung hat sich in den letzten acht Jahren fast verdoppelt - auf derzeit rund 430 Millionen Euro.

Gegenwind vom Deutschen Gewerkschaftsbund

Mahnende Worte kommen dagegen vom DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel: „Grüne Jobs sind nicht automatisch gute Jobs!“ Wer ein sauberes und nachhaltiges Wirtschaftsgebaren fordere, der darf aber auch die Einhaltung von Tarifverträgen und sozialen Standards nicht außen vor lassen, so Hexel weiter.

Die weltweite Debatte über eine Green Economy mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit und dem verantwortungsbewussten Umgang mit den natürlichen Ressourcen regte bereits die internationale Staatengemeinschaft auf der UN-Konferenz in Rio de Janeiro im Juni 2012 als zentrales Instrument zum Umbau der Weltwirtschaft an. dapd/fl