Energie Rösler will "ehrliche Energiewende"

Laut Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler fehlt bei der Umsetzung der Energiewende die Ehrlichkeit. Außerdem benennt er fünf entscheidende Punkte für die Energiewende und fordert marktwirtschaftliche Bedingungen für die Stromproduktion.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler beim 7. Deutschen Energiekongress in München. - © Jörg Koch/dapd

Mehr Ehrlichkeit bei der Energiewende fordert Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ein. "Ehrlichkeit kommt in der gesamten Debatte eindeutig zu kurz", sagte Rösler beim 7. Deutschen Energiekongress in München. Die Menschen müssten in die wichtigsten Entscheidungen mit einbezogen werden.

Fünf Punkte bei Energiewende entscheidend

Entscheidend für das Gelingen der Energiewende sind laut Rösler fünf Punkte: der Netzausbau, der Bau neuer Kraftwerke, erneuerbare Energien, Energieeffizienz und die Energieforschung. Deshalb müssten Bund, Länder, Kommunen und EU auf diesen fünf Feldern entsprechend zusammenarbeiten.

Die Umsetzung der Energiewende steht seit einiger Zeit in der Kritik. Im Interview mit der "Deutschen Handwerks Zeitung online", sagte Prof. Jürgen Schmid, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik, dazu: "Was fehlt, ist ein Koordinator für die Energiewende. Würde sie richtig organisiert, würden die Zusatzkosten in einem bezahlbaren Rahmen bleiben und nicht mehr als acht Prozent der üblichen Kosten ausmachen. Davon sind wir aber weit entfernt".

Beschleunigen möchte Rösler den Netzausbau. Außerdem hält er den Bau neuer konventioneller Kraftwerke für notwendig. Schon im vergangenen Winter sei die Versorgungssituation angespannt gewesen. Mit Problemen rechnet der Minister auch für den kommenden Winter. Deshalb seien spätestens von 2015 an neue Kraftwerke nötig.

Strom soll marktwirtschaftlich produziert werden

Gleichzeitig bekräftigte Rösler in München seine Forderung nach einer Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Jeder, der sich dieser Reform verweigere, sei für kommende Strompreiserhöhungen mitverantwortlich, sagte der Minister. Strom müsse unter marktwirtschaftlichen Bedingungen und ohne Subventionen produziert werden, damit er bezahlbar bleibe.

Durch das EEG wird die Einspeisung von erneuerbare Energien ins deutsche Stromnetz seit dem Jahr 2000 geregelt. Das Gesetz garantiert Erzeugern dafür feste Einspeisetarife. Damit wollte der Gesetzgeber verlässliche Bedingungen für Investitionen in erneuerbare Energien schaffen. dapd/aml