Der Bundesrat hat die Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes angenommen. Damit wird die Förderung für alle Anlagengrößen um 0,3 ct/kWh erhöht. Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima erwartet allerdings keinen nachhaltigen Impuls für die Modernisierung von Heizungen.

Mit der Gesetzesänderung steigen die Subventionen für Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) um 0,3 ct/kWh. Zusätzlich erhalten alle Anlagen, die ab 2013 der Emissionshandelspflicht unterliegen, einen staatlichen Ausgleich von noch einmal 0,3 ct/kWh. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler will dadurch der "Effizienztechnologie Kraft-Wärme-Kopplung", wie er sie selbst nennt, einen starken Impuls geben. Doch der Zentralverband Sanitär Heizung Klima sieht die Subvention kritisch.
"Diese einseitige Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung wird natürlich auch unseren Betrieben nutzen. Allerdings werden hier von der Politik wieder Privilegien mit der Gießkanne verteilt anstatt technologieträger- und energieträgerneutrale Effizienzmaßnahmen zu fördern." sagt Frank Ebisch, Bereichsleiter Kommunikation & Strategie desVerbands. Um den erforderlich großen Schub in der Heizungsmodernisierung auszulösen, brauche es mehr als die Fortführung von haushaltsabhängiger Stop-and-go-Förderung von einzelnen Techniken, fordert er.
Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke erwartet dagegen, dass Handwerker profitieren. "Nachdem KWK-Anlagen bisher insbesondere in gewerblichen und kommunalen Gebäuden eingesetzt wurden, erwarten wir, dass diese Technik nun auch für die Nutzung in privatwirtschaftlich genutzten Gebäuden, z. B. für Wohnungsbaugesellschaften, interessanter wird. Daraus können sich durchaus vermehrt Aufträge für die E-Handwerke ergeben", sagt RA Ingolf Jakobi, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke.
Ein Viertel mehr Anlagen bis 2020
Die neue Förderung bezahlen die Stromverbrauchern über eine Umlage. Durch einen Deckel von jährlich 750 Millionen Euro sollen die Kosten für die Verbraucher nicht über 0,3 ct/kWh steigen. Bei Kraft-Wärme-Kopplung wird die zur Stromerzeugung produzierte Wärme anschließend für Heizzwecke genutzt. Rund 15 Prozent des Stroms wird in Deutschland derzeit von in KWK-Anlagen erzeugt. Die Bundesregierung möchte, diesen Anteil bis zum Jahr 2020 auf 25 Prozent steigern.
Außerdem werden Wärmenetze künftig stärker gefördert: Der Staat will zukünftig bis zu 30 Prozent des Kaufpreises von Wärmespeichern erstatten. Wärmespeicher erlauben eine bessere Abstimmung der Stromerzeugung in KWK-Anlagen bei der Einspeisung erneuerbarer Energien. Durch die Wärmespeichern kann eine Anlage phasenweise unabhängig vom Wärmebedarf Strom einspeisen und die gleichzeitig die erzeugte Wärme zwischenlagern. dhz