Die Energiepreise steigen, doch Handwerksbetriebe können es günstiger haben. Die Handwerkskammer Dresden und der Handwerkskammertag Baden-Württemberg bieten eine Beteiligung an einer Energieeinkaufsgemeinschaft an. In anderen Bundesländern haben die Handwerkskammern spezielle Handwerkertarife bei den Energieversorgern ausgehandelt. So funktioniert die Vergünstigung.
Christina Geimer

Den Verbrauch von 35.000 Haushalten, rund 125 Millionen Kilowattstunden Strom, fragen derzeit die Handwerker in der Energieeinkaufsgemeinschaft nach. Rund 8.000 Betriebe wollen gemeinsam ihre Energierechnung senken.
Durch die Bündelung von Unternehmen versucht die Energieeinkaufsgemeinschaft des Handwerks bei einer gemeinsamen Ausschreibung einen günstigen Preis zu finden. Die Energieeinkaufsgemeinschaft des Handwerks läuft derzeit über Ampere, einer der ersten Energiebroker in Deutschland. Schon zur Energiemarktliberalisierung am Ende der 1990er Jahre, stieg der Handwerkstag Baden-Württemberg über den Strombroker Ampere in den Großeinkauf von Strom ein.
"In der Anfangszeit hatten wir bis zu 70 Anrufe pro Tag", berichtet Carmen Coupé, die schon 1999 das Telefon bei der Handwerkskammer Stuttgart betreute. Damals konnten die Betriebe ihre Energierechnung durch die Einkaufsgemeinschaft zum Teil sogar halbieren. Heute sind alle Stromlieferanten flexibler geworden und die Einsparmöglichkeiten deswegen viel geringer.
Kalkulationssicherheit für Betriebe
Kürzlich hat die Einkaufsgemeinschaft wieder für zwei Jahre neu ausgeschrieben. "Durch die Verhandlungsmacht tausender Betriebe ist es dem Handwerk erneut gelungen, sehr gute Strompreise zu verhandeln. Außerdem haben die Betriebe über den Rahmenvertrag nunmehr Kalkulationssicherheit bis Ende 2014 ", kommentierte Oskar Vogel, Hauptgeschäftsführer des Baden-Württembergischen Handwerkstages, die Vergabe des Auftrages an Süwag Energie. Die Energiegemeinschaft ist nach Erfahrung von Claudia Joerg, Handwerkskammer Mannheim, nicht nur etwas für große Betriebe – sondern bei ihr melden sich auch viele Bäcker, Schreiner und Metzger: "Wenn die Strompreise wieder einen Schwung nach oben machen, steigen auch die Anrufe bei mir."
Sogar eine höhere Wechselbereitschaft bei kleinen Betrieben hat Carmen Coupé von der Handwerkskammer Stuttgart ausgemacht. Wenn es in der Werbung günstige Tarife für die Betriebe gibt, können sie wechseln und kehren dann nach den Preissteigerungen, die später häufig nach den Lockvogelpreisen kommen, wieder in die Energiegemeinschaft zurück.
Die Handwerker erkundigen sich bei ihr vor allem nach dem Preis und lassen sich dann direkt bei Ampere beraten. Ampere übernimmt die Bürokratie rund um die Verträge und die Rechnungsprüfung. Das Unternehmen vermittelt auf Basis des aktuellen Tarifes ein günstigeres Angebot. Ein Viertel der Preisersparnis erhält der Energiebroker als Honorar. Für eine Teilnahme müssen Betriebe die Stromrechnungen des vergangenen Jahres, die Lastgangdaten und den aktuellen Stromvertrag übermitteln.
Handwerkerstrom: An der Stromeinkaufsgemeinschaft beteiligt sich auch die Handwerkskammer Dresden. Einige Handwerkskammern, wie zum Beispiel die Handwerkskammer für München und Oberbayern , Handwerkskammer für Mittelfranken , Handwerkskammer für Oberfranken , Handwerkskammer für Unterfranken, die Handwerkskammer für Niederbayern-Oberpfalz haben jeweils mit einem ausgewählten Stromanbieter einen Tarif für Handwerker ausgehandelt. Die Handwerkskammer für Ostthüringen und Südthüringen bietet in Kooperation mit dem Energielieferanten einen Bonus auf bestimmte Tarife an.