Verkehrsminister kritisiert Radfahrer Verrohung der Kampf-Radler

Radfahren gilt in Zeiten der hohen Spritpreise als vorbildliches Verkehrsmittel in den Innenstätten. Doch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat einen neuen Feind ausgemacht – den Kampf-Radler. Es gelte "der Verrohung dieser Kampfradler endlich Einhalt zu gebieten", sagte Ramsauer.

In der Innenstadt suchen sich Radfahrer ihren Weg. Oft ist der Platz für Straßenbahn, Autos und Fahrräder nicht unterteilt. - © Michael Schade/Fotolia

Doch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat einen neuen Feind ausgemacht – den Kampf-Radler. Es gelte "der Verrohung dieser Kampfradler endlich Einhalt zu gebieten", sagte Ramsauer der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Fahrrad-Rowdies will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer Einhalt gebieten. In Nürnberg testete er letztes Jahr ein Leihfahrrad (Bild). - © Timm Schamberger/dapd
Ramsauer

Umweltfreundlich, geräuscharm und gesundheitsförderlich galt Radfahren den deutschen Verkehrspolitikern lange als förderungsfähig. Doch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer sieht neuerdings eine Gefahr durch die Radfahrer. Er habe beobachtet, wie Radler selbst unter den Augen von Polizisten rote Ampeln und jede Verkehrsregel missachteten, sagte Ramsauer der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Polizei sei manchmal einfach überfordert, "der Verrohung dieser Kampf-Radler endlich Einhalt zu gebieten."

Laut Gewerkschaft der Polizei ist die Zahl der Fahrrad-Rowdies hoch. „Die Missachtung von Verkehrsregeln unter Radfahrer ist inflationär, an keine Altersgruppe oder soziale Schichtung gebunden. Anzugträger ignorieren rote Ampel ebenso wie Kinder, junge Mütter, Jugendliche und auch ältere Menschen“, gab Bernhard Witthaut, Bundesvorsitzender der Polizeigewerkschaft bekannt.

Nach dem Wutbürger, ist nun also der Kampf-Radler der neue Feind der Politik. Für alle, die sich fragen, ob Verkehrssünden denn bisher nicht bestraft wurden, hier die Kosten auf einen Blick:
  • Über Rot fahren: 45 bis 180 Euro,
  • Verkehrt herum durch Einbahnstraßen: 15 bis 30 Euro,
  • Ohne Beleuchtung: 10 bis 25 Euro,
  • Freihändig fahren: 5 Euro,
  • Telefonieren beim Radeln: 25 Euro.
Die genaue Höhe der Bußgelder richtet sich danach, ob es zum Unfall kam oder andere Personen in Gefahr waren. Angaben gemäß des Bundeseinheitlichen Tatbestandkataloges des Kraftfahr-Bundesamt.

Zur Verkehrserziehung der Nation will Ramsauer die Verkehrssicherheitssendung "Der 7. Sinn" wiederbeleben. Von 1966 bis 2005 lief diese dreiminütige Fernsehsendung Tipps zum Verhalten im Straßenverkehr, zeitweise sogar direkt nach der Tagesschau. Für alle die sich richtig im Straßenverkehr verhalten wollen, gibt der ADAC diese Tipps . cg