Die Deutsche Energie-Agentur will vor allem Eigenheimbesitzer vom Nutzen der energetischen Gebäudesanierung überzeugen. "Eine energieeffiziente Gebäudesanierung rechnet sich", sagte Stephan Kohler, Vorsitzender der Deutschen Energie-Agentur (dena) bei der Vorstellung einer Studie zu Kosten und Nutzen von energetischer Gebäudesanierung bei Wohngebäuden.
Karin Birk

Die Kosten für eine energetische Gebäudesanierung bei einem Ein- oder Zweifamilienhaus mit einem Einsparvolumen von 70 Prozent amortisierten sich im Durchschnitt innerhalb von 15 Jahren, sagte er. Kohler wandte sich damit entschieden gegen die Verunsicherung im Markt. "Wir haben derzeit einen regelrechten Sanierungsstau", warnte er und forderte auch von der Politik eine verbesserte Förderpolitik.
Im vergangenen Jahr sind nach den Worten Kohlers nur 0,8 bis 0,9 Prozent der Gebäude energetisch saniert worden. "Wir brauchen aber zwei bis zweieinhalb Prozent, um die C02-Ziele der Bundesregierung bis 2020 zu erreichen", sagte er. Wenn Häuser modernisiert werden müssten, sollten sie gleich richtig energetisch saniert werden, forderte er. Dabei sei es nicht notwendig, gleich alles auf einmal zu machen. Entscheidend sei aber einen richtigen Sanierungsfahrplan zu haben.
Sanierungszyklus steht bevor
Dabei habe der Augenmerk der Studie ganz bewusst auf stark sanierungsbedürftigen Einfamilienhäusern gelegen. Denn die rund 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäusern machten rund 41 Prozent des Gebäudeenergieverbrauchs aus. Viele seien noch in den 60- und 70er Jahren gebaut und rund die Hälfte von ihnen komme in den nächsten 20 Jahren in den Sanierungszyklus.
Wie der Dena-Chef weiter sagte, hat die Untersuchung gezeigt, dass sich der hocheffiziente Energiestandard "Energiehaus 70", der einem Energieverbrauch von etwa fünf Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr entspricht, für den Eigentümer lohne. Rechne man die energetischen Sanierungskosten auf die eingesparte Heizenergie um, koste jede eingesparte Kilowattstunde 7,1 Cent. Demgegenüber stehe schon heute ein durchschnittlicher Energiepreis von acht Cent pro Kilowattstunde – Tendenz steigend.
Damit noch mehr Eigenheimbesitzer die energetische Gebäudesanierung in Angriff nehmen, forderte Kohler von Bund und Ländern, die Fördermittel von derzeit 1,5 Milliarden Euro pro Jahr kontinuierlich auf 2,5 Milliarden zu erhöhen und die steuerliche Absetzbarkeit der Investitionen in die energetische Gebäudesanierung endlich zu ermöglichen. Notwendig sei ein jährliches Fördervolumen von insgesamt fünf Milliarden Euro.