Hydraulischer Abgleich 90 Prozent der Heizungsanlagen laufen nicht effizient

Nur rund zehn Prozent der Heizungen in Deutschland laufen effizient. Dabei könnten mit relativ geringen Investitionen für einen hydraulischen Abgleich die Heizkosten und die Kohlendioxid-Emissionen erheblich gesenkt werden. Die gemeinnützige co2online GmbH die Kampagne "Meine Heizung kann mehr" ins Leben gerufen.

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Mit der Kampagne möchte "co2online" den Bekanntheitsgrad des hydraulichen Abgleichs erhöhen. Die Website meine-heizung.de soll Verbraucher über die Vorteile der Heizungsoptimierung informieren und Hauseigentümer auf dem Weg zu weiteren Modernisierungsmaßnahmen begleiten.

Auf der Website finden Fachhandwerker und Energieberater verschiedene Materialien, um im Kundengespräch auf die positiven Effekte des hydraulischen Abgleichs hinzuweisen. Außerdem können sie sich ko stenlos unter "Rat und Tat" eintragen, um auf ihre Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Das Online-Branchenbuch für Modernisierer ist auf rund 900 Partnerportalen von "co2online" eingebunden.

Sparpotenzial 1,6 Milliarden Euro

Auslöser für die neue Kampagne war eine Untersuchung, wonach bei rund 90 Prozent aller Heizungsanlagen in Deutschland der hydraulische Abgleich fehlt. Und das, obwohl er mit wenig Aufwand maximalen Nutzen erzielt: Würde er flächendeckend in Deutschland umgesetzt, ließen sich laut "co2online" jährlich 1,6 Milliarden Euro Energieko sten einsparen und 5,6 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermeiden.

Die richtige Ein stellung des Heizsy stems durch einen hydraulischen Abgleich löst das Problem der ungleichmäßigen Wärmeverteilung im Haus. Dazu ermittelt der Heizungsfachmann zunächst die Heizlast für jeden Raum. Dabei spielen die Dämmung der Außenwände und des Daches sowie die Heizkörperleistung eine wichtige Rolle. Das Ergebnis sind Werte, die an den Thermostatventilen jedes Heizkörpers vom Monteur voreinge stellt werden. So wird sicherge stellt, dass in der Heizungsanlage stets die richtige Wassermenge zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist – und sich die Wärme gleichmäßig im Haus verteilt.

Im Schnitt nach sechs Jahren amortisiert

Die Ko sten für einen hydraulischen Abgleich liegen für ein Einfamilienhaus inklusive Einbau von vorein stellbaren Thermostatventilen zwischen 600-900 Euro. Dafür können Heizko sten von durchschnittlich 110 Euro pro Jahr eingespart werden, so dass sich die Maßnahme im Schnitt nach etwa sechs Jahren amortisiert. Zum Vergleich: Für ein Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 125 Quadratmetern sind die Heizko sten von 2006 bis 2010 im Schnitt um 16 Prozent oder 238 Euro gestiegen. Hätte der Hauseigentümer 2006 einen hydraulischen Abgleich machen lassen, wären diese Mehrausgaben nicht ins Gewicht gefallen. Er hätte im selben Zeitraum so Heizko sten in Höhe von 520 Euro sparen können. ste