Bericht der AG Energiebilanzen Der Energieverbrauch in Deutschland sinkt, die Energieeffizienz steigt

Deutschlands Energiebilanzen sind auf einem guten Weg. Trotz Wirtschaftswachstum lag der Energieverbrauch im vergangenen Jahr so niedrig wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr, gleichzeitig steigt die Energieeffizienz. Doch obwohl der Verbrauch sinkt, hat sich der Ausstoß von Kohlendioxid nicht im selben Maß verringert.

Obwohl der Energieverbrauch in Deutschland sinkt, bleibt der Ausstoß von Kohlendioxid auf hohem Niveau. - © Fotolia/claudia Otte

Um mehr als fünf Prozent ist der Energieverbrauch in Deutschland im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2010 gesunken. Obwohl die Wirtschaft kräftig zugelegt haben, haben die Verbraucher dabei insgesamt weniger Energie gebraucht als zur Zeit der Konjunkturkrise im Jahr 2009. Wie die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) mitteilt, lag der Primärenergieverbrauch in Deutschland 2011 vor allem wegen der milden Witterung und des höheren Preisniveaus so tief. Die Verbraucher musste und wollten nicht so viel heizen wie noch in den Jahren zuvor.

Dabei kam den einzelnen Energieträgern eine ganz unterschiedliche Rolle zu: Beeinflusst durch den Atomausstieg nahm die Stromerzeugung aus Kernenergie um rund ein Viertel ab, gleichzeitig sank der Verbrauch an Mineralöl, an Erdgas und Steinkohle. Der Anteil der erneuerbaren Energien konnte im Gegenteil dazu um rund 11 Prozent zulegen und war damit erstmalig zweistellig.

Drei Prozent weniger Energie je Euro Wirtschaftsleistung

Zum Ausgleich der Atomkraft setzte die Regierung wieder stärker auf die Braunkohlekraftwerke. Diese weiteten ihren Anteil an der Energieerzeugung um drei Prozent aus und sorgen damit dafür, dass der Ausstoß von Kohlendioxid nicht mit den positiven Verbrauchszahlen mithalten kann. Der CO2-Ausstoß liegt bei fossilen Energieträgern höher. Nach Schätzungen der AG Energiebilanzen sanken die CO2-Emissionen nur um vier Prozent.

Insgesamt konnte Deutschland durch die Reduktion der Verbräuche und den Einsatz neuer Energieträger einen großen Fortschritt bei der Energieeffizienz erlangen. Die AG Energiebilanzen spricht hierbei von einem "bemerkenswerten" Voranschreiten der Energieproduktivität und einer "außergewöhnlichen" Steigerung der Energieeffizienz. So konnten 2011 je Euro Wirtschaftsleistung rund 3 Prozent weniger Energie eingesetzt werden als im Vorjahr. dhz